Lustige Klagen und was beim Rechtsschutz wichtig ist

(Bild) RechtsschutzGerade in der nahenden Winterzeit ist der Rechtsschutz eine für Verbraucher wichtige Hilfe. Straßenglätte und Streitfragen um die Schneeräumung tragen signifikant dazu bei, dass es im Winter häufiger zum Rechtsstreit kommt. Doch nur ein gut zugeschnittener Rechtsschutz ist wirklich hilfreich.

Rechtsstreit ist oft sinnlos

Über den Winter hinaus kann es natürlich stets zu einem Rechtsstreit kommen. Selbst wenn man persönlich nicht zu juristischen Schritten neigen mag, kann jeder Opfer einer mehr oder minder gerechtfertigten Klage werden. So hat eine Erhebung gezeigt, dass beispielsweise Empfänger von Hartz IV sehr oft klagen, insbesondere weil es sie nichts kostet. Weil die Klagen teilweise auch sehr sinnlos sind, führte das Bundesverfassungsgericht 2011 eine Missbrauchsgebühr ein. Wer nicht verständliche, nicht nachvollziehbare Klagen einreicht, bezahlt je nach Lohn 50 bis 1.000 Euro, bevor der Fall überhaupt erst bearbeitet wird. Was wie ein Einschnitt in das Klagerecht scheint, ist absolut gerechtfertigt, vergegenwärtigt man sich folgende Klagen unaussprechlicher Absurdität.

Absurde Gründe für eine Klage

Diese Beispiele bilden wohl den Gipfel völlig abwegiger Klagen, für die wohl kein Rechtsschutz einspringen würde: So wurde die Stadt San Diego einst von einem ihrer Bürger auf 5,4 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt, weil er auf einem öffentlichen Klo mit hat ansehen müssen, wie eine Frau in der Herrentoilette ein Urinal benutzt. Wie die Dame das geschafft hat, blieb ein Geheimnis, denn der Fall hatte erst gar keine Gelegenheit, es vor Gericht zu schaffen. Ebenso abwegig war die Klage einer offenbar ungeschickten Hausfrau, die sich beim Trennen gefrorener Tiefkühlkost mit dem Messer in die Hand schnitt und daraufhin Supermarkt, Hersteller und Verpackungsbetrieb verklagte. Auch ist es schon vorgekommen, dass eine Frau Schadensersatz von einem Einkaufszentrum forderte, in welchem sie über ihr eigenes Kind gestolpert war. In diesem Fall bekam die Frau sogar Recht – selbstverständlich in den USA.

Rechtsschutz schützt die Persönlichkeit

Den Alltag spiegeln die obigen Beispiele zwar nicht, doch sie zeigen zumindest, wie verrückt das Leben für Kläger und Beklagte spielen kann. In solchen Fällen, angefangen beim kleinen Nachbarschaftsstreit über das Berufsleben, Mietverhältnis und Straßenverkehr bis hin zum finanziellen Kräftemessen mit Behörden wie dem Arbeitsamt, ist eine Rechtsschutzversicherung durchaus ihr Geld wert. Geht es beispielsweise um einen vergleichsweise moderaten Streitwert von 10.000,- Euro, entstehen für den Unterlegenen schon in erster Instanz Kosten von bis zu 3.800,- Euro zuzüglich des Streitwerts. Daraufhin in Berufung zu gehen, würde nochmals bis zu 8.000,- Euro für Anwälte und Gericht kosten. Zeugen und Sachverständige kosten ebenfalls extra. Die Rechtsschutzversicherung kann hingegen für solche Kosten eintreten und bewahrt somit die persönliche Freiheit in finanziellen, wie rechtlichen Aspekten. Allerdings sollte man sich nicht gleich jede Versicherungsleistung aufschwatzen lassen.

Modell eines sinnvollen Rechtsschutz

Eine Rechtsschutzversicherung kann entweder für ein konkretes Risiko abgeschlossen werden oder aber ganze Bereiche umfassen. Letzteres ist im Normalfall empfehlenswerter, da ein Rechtsschutz vor Klagen in nur einem Lebensbereich einem Glücksspiel gleich kommt. Somit ist also zu einem „Paket“ zu raten, das jedoch nur die wichtigen Bausteine enthalten sollte, um nicht unnötig drauf zu zahlen. Die wichtigsten Elemente dabei sind der Berufsrechtsschutz sowie der Verkehrsrechtsschutz. In diesen Bereichen sind die Streitwerte sehr schnell, sehr hoch und auch die Verwicklung in solch einen Fall ist wahrscheinlicher, als man denkt. So kann über den Verkehrsrechtsschutz bei Unfällen auch ein Schmerzensgeld eingefordert werden, womit sogar Therapie und Genesungsurlaub möglich werden. Zugleich sind diese Auseinandersetzungen aber oft auch sehr langatmig. Ohne Rechtsschutz würde einem hier schnell der Atem und das Geld ausgehen, selbst wenn man eigentlich im Recht ist. Eine jährliche Rechtsschutzversicherung gibt es hingegen schon ab 60 Euro im Jahr. Wer eine Selbstbeteiligung vereinbart, kann den Beitrag senken; zahlt aber im Zweifelsfall die Verfahrenskosten. Dennoch kann so aber individuell gewichtetet und Flexibilität bewahrt werden, ohne auf den vorteilhaften Schutz der Rechtsschutzversicherung verzichten zu müssen. Wer sich nun über die Rechtsschutzversicherung im Vergleich einen günstigen Anbieter wählen möchte, findet auf Geld.de auch Anbieter, die im geschätzten Versicherungsombudsmann e.V. Mitglied sind.

Wichtigste Leistungen des Rechtsschutz im Überblick

  • Privater-Rechtsschutz: Auseinandersetzung mit Ämtern, Behörden, Nachbarn, Vertragspartnern.
  • Schadensersatz-Rechtsschutz: Durchsetzung von Schmerzensgeld und anderen Ansprüchen, bspw. nach einem Autounfall oder Körperverletzung.
  • Arbeits-Rechtsschutz: Auseinandersetzung mit Anliegen, die aus einem Arbeitsverhältnis resultieren, wie etwa einer Kündigung oder fehlendem Lohn, Dienstzeiten, Krankheit oder tariflichen Einstufungen.
  • Wohnungs- und Grundstücks-Rechtschutz: Behauptet Interessen für Grundstücksbesitzer, Vermieter, Mieter oder Wohnungseigentümer.
  • Sozialgerichts-Rechtsschutz: Verteidigt vor dem Sozialgericht, etwa wenn andere Versicherungen bei Krankheit, Unfall, Rente oder Arbeitsverlust nicht eintreten.
  • Familien-Rechtsschutz: Hilft bei Auseinandersetzungen im Familienleben und bei Erbstreit.
  • Verkehrs-Rechtsschutz: Schützt nicht nur im PKW, sondern auch im Bus, der Bahn, als Fußgänger oder Radfahrer vor Auseinandersetzungen im Straßenverkehr.

 

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