Rechtsschutz 4: Weitere Irrtümer im Verkehrsrecht

Ratgeber VerkehrsrechtWer nicht weiß, wann er im Recht oder Unrecht ist, kann sich einerseits schwerer gegen fremde Beschuldigungen wehren und andererseits tritt er nicht für seinen eigenen Vorteil ein. Experten behaupten, so ginge es vielen Deutschen. Sie nutzen gesetzliche Regelungen selten und akzeptieren lieber einen Nachteil. Der vierte Teil der Rechtsschutz-Serie auf Geld.de informiert daher über weitere Irrtümer im Verkehrsrecht.

Rechtsmythen beim Parken

Da fährt man in seiner kostbaren Zeit zum Einkauf in die Stadt und hat dann noch das Problem einen Parkplatz zu finden. Als dann plötzlich etwas frei ist, behauptet ein Passant die Stelle wäre bereits reserviert. Dieses Szenario ist durchaus häufig, aber laut StVO unzulässig. Fußgänger dürfen keine Parkplätze reservieren. Wer hier nicht informiert reagieren kann, muss woanders seine Parklücke finden.

In der zweiten Reihe zu parken ist jedoch ebenfalls verboten und gilt als Falschparken. Wer hierfür ein Knöllchen erhält, braucht sich nicht wundern. Auch das Nutzen der Warnblinkanlage ändert nichts an diesem Umstand. Eher kann es dadurch zu einer größeren Strafe kommen, da auch das Einschalten der Warnblinkanlage laut StVO nur für bestimmte Situationen gedacht ist, zu denen das Falschparken nicht zählt.

Hat man letztlich seinen Parkplatz gefunden, kann man schnell in ein Geschäft eilen. Einige lassen das Auto für den kurzen Abstecher unabgeschlossen. Schließlich muss jeder für sich entscheiden, wie er mit seinem Fahrzeug umgeht. Doch dieser Gedanke ist trügerisch. Das Auto zu verschließen ist keine private Angelegenheit, sondern fällt unter die Sorgfaltspflicht des Paragraph 14 StVO. Nicht verriegelte Fahrzeuge können sogar abgeschleppt werden.

Alltägliches auf dem Prüfstand

Auch wer im stehenden Auto mit dem Handy telefoniert, kann unter Umständen belangt werden. Ob telefonieren am Steuer strafbar ist, richtet sich nämlich nach dem Motor. Wenn er läuft, bleibt es eine Straftat. Ist er hingegen aus, kann auch angerufen werden. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass dies sogar vor einer roten Ampel ligitim ist (Aktenzeichen 2 Ss Owi 190/07).

Nicht wahr ist es übrigens, dass leichtes Schuhwerk beim Autofahren verboten ist. Wer im Sommer Flipflops trägt oder sich gar barfuß hinter das Steuer setzt, verhält sich nicht gegen das Gesetz.

Ein anderer Irrglaube regelt die Vorfahrt bei Gebirgstouren: Demnach hat das Fahrzeug Vorfahrt, welches bergauf fährt, statt bergab. Solch eine Vorschrift gibt es jedoch nicht. Auch an Engstellen muss das Auto warten, auf dessen Seite sich das Hindernis befindet. Ansonsten hat immer der Fahrer das Vorrecht, der die Engstelle früher erreicht.

Kommen diese Ratschläge und Hinweise jedoch gerade zu spät, lohnt es, einen guten Rechtsschutz zu finden.

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