Rechtsschutz 6: Irrtümer im Mietrecht

Ratgeber MietrechtWenn es zwischen Mieter und Vermieter zu Unstimmigkeiten kommt, kann es entweder schnell teuer werden oder aber es fehlt das Geld, sein eigenes Recht durchzusetzen. Abhilfe schafft eine Rechtsschutzversicherung. Des Weiteren klärt der Geld.de Ratgeber „Rechtsschutz“ in der sechsten Ausgabe über Irrtümer im Mietrecht auf.

Mietpreis

Los geht es womöglich schon beim Einzug in die neue Mietwohnung. Beim Einräumen der Möbel stellt sich heraus, dass nichts so passen will, wie es zuvor peinlich genau skizziert wurde. Der Grund dafür ist die Größe der Wohnung, die von den angegebenen Maßen abweicht. Hier zu glauben, dies gäbe mindestens eine Minderung der Miete, ist falsch. Maklerdeutsch erlaubt eine Abweichung der Maße um bis zu 10 Prozent, wenn den jeweiligen Angaben ein „zirka“ vorausgesetzt ist. Unterhalb dieser Hürde liegt kein Mietmangel vor. Lediglich bei einem genau festgelegtem Quadratmeterpreis muss die Miete gesenkt werden.

Maklerprovision

Ist der Mietvertrag dann doch unterzeichnet, hält bereits der nächste die Hand auf: der Makler. Laut Paragraph 652 BGB muss er jedoch nur ausgezahlt werden, wenn das Mietverhältnis nachweislich durch seine Vermittlung zu Stande kam oder eine mindestens mündliche Vereinbarung besteht.

Ärger mit der Hausordnung

Wer seine neue Wohnung dann gebührend zelebrieren möchte, läuft Gefahr, gegen die Hausordnung zu verstoßen. Zumeist wird ab 22 Uhr eine Nachtruhe verhängt. Diese ist soweit auch sinnvoll und sollte bedacht werden, doch in den eigenen vier Wänden darf beispielsweise nach Belieben geduscht, gebadet oder Besuch empfangen werden. Solche Freiheiten darf der Vermieter keinesfalls einschränken.

Das Zutrittsrecht für den Vermieter

Es ist illegal, sollte der Vermieter einen Zweitschlüssel zur vermieteten Wohnung einbehalten. Lediglich wenn der Mieter es ausdrücklich gestattet, ist dem Vermieter ein weiterer Besitz eines Schlüssels gesetzmäßig erlaubt. Dabei darf er von ihm jedoch ohne weitere Absprachen nur Gebrauch machen, wenn ein offensichtlicher Notfall besteht. Ansonsten hat der Vermieter auch wenn er Eigentümer ist, kein Zutrittsrecht.

Die Nebenkostenabrechnung

Auch bei den Nebenkosten stehen Vermieter in der Pflicht. Kommt die Abrechnung nicht bis spätestens ein Jahr nach dem Ende des Abrechnungszeitraums, braucht der Mieter die Kosten nicht mehr übernehmen. Zudem dürfen nur klar definierte Posten auf den Mieter umgelegt werden, nicht alle Ausgaben (§ 556a BGB).

Reparaturen

Dass der Mieter seinerseits Reparaturen am Mietobjekt vornimmt ist ebenfalls nicht seine Pflicht. Nur wenn etwas derartiges im Vertrag festgehalten ist, sind starre Fristen zur Instandhaltung verbindlich. Selbst eine Schädigung der Wohnung durch starkes Rauchen gehört lediglich zu einem vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung.

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