Rechtsschutz 7: Irrtümer im Steuerrecht

Rechtsschutz SteuerrechtIn den letzten Wochen sollte es jeder erledigt haben oder nun kurz davor stehen: Die Steuererklärung einreichen. Da das Thema noch frisch ist, ist sogleich die passende Gelgenheit, sich über einige Mythen im Steuerrecht aufklären zu lassen, im 7. Teil der Geld.de Serie über Rechtsirrtümer.

Frist der Steuererklärung

Bei dem Hinweis auf die aktuelle Frist für die Steuererklärung handelt es sich bereits um den ersten Irrglaube. Eine Steuererklärung muss nämlich nicht zwangsläufig Ende Mai des folgenden Jahres abgegeben werden. Freiwillige, welche die Steuererklärung von sich aus machen, haben dazu mindestens vier Jahre Zeit! Und noch ein oft gefragter Hinweis: Freibetrag und Freigrenze sind nicht das selbe. Ein Freibetrag kennzeichnet die Summe, ab deren Überschreitung die Steuerpflicht einsetzt. Bei einer überschrittenen Freigrenze wird hingegen die gesamte Summe steuerpflichtig, statt nur der Überbetrag.

Hinweise für Studenten

Ein noch immer verbreiteter Mythos sagt, dass Studenten steuerfrei Geld verdienen dürfen, da sie ja eh mehr investieren, als verdienen. Dies ist ein Irrtum, denn Studenten stehen keine besonderen Freibeträge zu. Wie alle anderen können sie bestenfalls unter der Steuergrenze von jährlich 8.000 Euro bleiben. Arbeiten sie auf mehreren Positionen (mehrere Lohnsteuerkarten), sind vorerst Steuern abzuführen, die mit der Steuererklärung im nächsten Jahr beglichen werden.

Geschenke sind nicht steuerfrei

Leider ist es auch falsch, dass Geschenke angeblich steuerfrei seien. Tatsächlich zählen Geschenke lediglich nicht zu der Art Einkommen, die bei der Steuer angegeben werden muss. Dennoch ist aber eine Schenkungssteuer zu zahlen, die der Erbschaftssteuer entspricht. Nur allgemein übliche Geschenke wie zum Geburtstag, sind davon ausgenommen. Wer also ein Vermögen verschenken will, sollte es besser auf Raten auszahlen.

Steuerhinterziehung verjährt

Ein aktuelles und heißes Eisen ist die Steuerhinterziehung. Ein Gerücht sagt, dass sie nach einem Jahrzehnt angeblich verjährt. Richtig ist aber, dass das Delikt schon nach fünf Jahren verjährt. Im Steuerrecht allerdings, sind es tatsächlich zehn Jahre, die dem Staat bleiben, um Nachzahlungen einzufordern. Wie aktuell vorgeführt, geht man allerdings stets straffrei aus, wenn man sich selbst anzeigt. Zuzüglich des hinterzogenen Geldes fällt aber immerhin ein zusätzlicher Zins von sechs Prozent an.

Information über ausländische Einnahmen

Auch ein Irrglaube ist es anzunehmen, dass die deutschen Steuerbehörden nichts über Verdienste im Ausland erfahren. In Wahrheit jedoch arbeiten die Behörden selbstverständlich grenzüberschreitend zusammen und fast alle EU-Länder melden finanziellen Erwerb von Ausländern an deren Heimatfinanzämter.

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