Wer bezahlt bei Steinschlag und Schneeschaden?

(Bild) Steinschlag und SchneeschadenIn den kommenden Wochen wird es auf deutschen Straßen und Autobahnen wieder häufig zu Steinschlägen sowie Schäden am PKW durch Schnee und Eis kommen. Tritt bei Steinschlägen noch die Autoversicherung ein, ist die Schadensfrage bei Schneeschäden unklarer.

Steinschlag kann auch teuer werden

Bei einem Steinschlag, meist ein Schaden in der Winschschutzscheibe, der durch auffliegendes Streugut verursacht ist, tritt die Teilkasko oder Vollkaskoversicherung des Fahrzeugführers ein. Daher können Betroffene den Schaden in der Kfz-Werkstatt oft scheinbar kostenlos ohne Selbstbeteiligung beheben lassen. Hochgestuft wird man dadurch in der Regel nicht. Lässt man die Reparatur jedoch aus, riskiert man bei einem Steinschlag im Sichtfeld ein Bußgeld. Kommt es aber  zu einem Schaden an der Karosserie, handelt es sich nicht um einen Glasschaden. Darum ist in diesem Falle eine Selbstbeteiligung zur Reparatur möglich und auch eine Herabstufung kann die Folge sein, obwohl man schuldlos zum Opfer geworden ist. Da bei einem Steinschlag kaum eine nachweisbare Schuldzuweisung möglich ist, werden Verursacher hingegen so gut wie nie zur Verantwortung gezogen.

Eis- und Schneeschäden am Auto

Eine leichtere Nachweispflicht besteht bei Eisschäden oder Schneeschäden. Wird das Auto beispielsweise durch Eisbrocken auf der Fahrbahn beschädigt, die durch einen Schneepflug im Gegenverkehr verursacht wurden, muss der Winterdienst die Reparatur bezahlen. Insbesondere wenn die Schneeräumung auf der Gegenfahrbahn möglich ist, ohne die andere Fahrspur zu beeinträchtigen, können Betroffene getrost Schadensersatz fordern, wie das Oberlandesgericht Koblenz kürzlich entschied (Az. 12 U 95/12). Im vorliegenden Fall wurde ein Transporter erheblich beschädigt, als er auf der Autobahn einen LKW überholte. Als der Transporter mit dem Laster gleich auf war, befuhr ein Schneepflug die Gegenfahrbahn. Er begrub das überholende Fahrzeug unter Eis und Schnee und verursachte dabei einen Schaden von mindestens 1.000 Euro, die der Geschädigte über eine Rechtsschutzversicherung einklagen ließ. Obwohl der Winterdienst das Tempolimit einhielt und aufgewirbelter Schnee und Eis unvermeidbar bei der Räumung der Autobahn sind, entschied das Gericht zu Gunsten des Geschädigten.

Kein Schadensersatz bei unabwendbaren Ereignissen

Nur bei sogenannten unabwendbaren Ereignissen haben Geschädigte laut richterlicher Ordnung keinen Anspruch auf Schadensersatz. Im Falle des Transporters wäre der Schaden jedoch vermeidbar gewesen, wenn der Winterdienst äußerste Sorgfalt gezeigt hätte und das Tempo wenn nötig auch unter die Mindestgeschwindigkeit gesenkt hätte. So beeinflusst das Fahrttempo die Wurfweite von Schnee und Eis, die nicht bis auf die Gegenfahrbahn hätte reichen müssen.

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