Auslandskrankenversicherung zahlt bei Behandlungsfehler

Bild Auslandskrankenversicherung muss zahlenWer im Ausland erkrankt, sollte auch die Möglichkeit einer medizinischen Behandlung wahrnehmen können, so viel steht fest. Im besten Fall sind Reisende auch durch eine entsprechende gute Reiseversicherung abgesichert. Doch nicht für alle Situationen wollen Assekuranzen die Kosten tragen.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung muss auch dann leisten, wenn ein Rücktransport nach Deutschland wegen eines Behandlungsfehlers im Ausland medizinisch notwendig wurde. So entschied es das Oberlandesgericht Hamm in zweiter Instanz, wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in „ReiseRecht aktuell“ berichtet (Az.: 20 U 190/13).

Notfall nach Behandlung im Ausland

Im vorliegenden Fall hatte sich die Klägerin im Ausland einer Kinderwunschbehandlung unterzogen, nach der es zu schweren Komplikationen kam. Die Frau musste daraufhin in ein anderes Krankenhaus verlegt werden, in dem sich die behandelnden Ärzte gegen eine Operation entschieden, und die Erkrankte weiter mit Antibiotika zu behandeln. Mit fatalen Folgen: Wegen akuter Lebensgefahr musste die Frau nach Deutschland ausgeflogen werden, wo ihr ärztlich geholfen werden konnte.

Auslandsreisekrankenversicherung verweigert Zahlung

Während die Patientin aufgrund ihrer langfristigen Auslandsreisekrankenversicherung der Meinung war, die Kosten würden übernommen, sah die Assekuranz das anders. Der 21.518 Euro teure Transport wurde deshalb zunächst vom Arbeitgeber der Klägerin, einem Hotel, übernommen. Vor Gericht wollte die Frau das Geld nun erstreiten, doch die Versicherung weigerte sich zu zahlen. Die Frau habe den Rückflug auf eigenen Wunsch veranlasst und der Behandlungsfehler im Ausland zudem nicht Teil der Leistungen durch die Police gewesen. Die Klägerin solle sich mit ihren Forderungen doch an die Ärzte im Ausland wenden, so der Versicherer.

Gericht entscheidet zugunsten der Versicherten

Für das OLG Hamm war jedoch eindeutig, dass die ausländischen Ärzte mit ihrer Entscheidung, die Operation nicht durchzuführen, das Leben der Klägerin gefährdet hatten. Dadurch sei auch der Rücktransport nach Deutschland medizinisch notwendig gewesen. Der Behandlungsfehler der Ärzte entbinde die Versicherung zudem nicht von ihrer Leistungspflicht. Es spiele keine Rolle, aus welchem Grund die Mediziner im Ausland die notwendige Behandlung nicht durchgeführt hatten, so das Gericht. Demnach muss die Versicherung für die Transportkosten in Höhe von 21.518 Euro aufkommen.

Reiseversicherung richtig wählen

Das Urteil dürfte Symbolcharakter haben, denn immer häufiger fahren auch Deutsche für medizinische Behandlungen ins Ausland. Sei es, weil sie dort günstiger sind, oder andere rechtliche Rahmenbedingungen gelten. Eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen ist da unumgänglich. Im besten Fall sollte diese für einen längere Aufenthalte ausgelegt sein. Einen umfassenden Reiseschutz bietet die Jahresreiseversicherung von GELD.de, die schon ab 19 Euro pro Person im ersten Vertragsjahr zu haben ist.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0