Erwerbsminderungsrente: Das haben Sie zu erwarten

Bild ErwerbsminderungsrenteDie meisten Menschen gehen davon aus, dass sie gesund und fit bis ins Alter bleiben. Oder zumindest ihren Beruf bis zum Renteneintritt ausüben können. Doch manchmal spielt das Leben anders und ein Unfall oder eine schwere Krankheit sorgen für ein jähes Ende der Berufstätigkeit. Neben dem eigenen Schicksal hadern viele Betroffene dann auch mit der Frage, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Zumindest die Erwerbsminderungsrente steht ihnen zu.

Noch vor dem Rentenalter müssen mehrere zehntausend Deutsche aus gesundheitlichen Gründen ihre Berufstätigkeit aufgeben. Dabei sind es oft Unfälle, die letzten Endes auch den Job unmöglich machen. Doch immer häufiger sind es auch sonst eher unbeachtete Erkrankungen wie Depressionen und Burnout, die dazu führen, dass der Beruf nicht mehr oder nur noch in geringem Umfang ausgeübt werden kann. In diesen Fällen kann eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden.

Erwerbsminderungsrente springt ein

Wer über keinen privaten Zusatzschutz wie etwa eine Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung verfügt, muss im Falle einer Erwerbsminderung erst einmal auf die Hilfe des Staats setzen. Die Erwerbsminderungsrente steht Betroffenen zu, die einerseits das Rentenalter noch nicht erreicht haben. Andererseits muss geprüft werden, ob die Erwerbsfähigkeit nach Unfall oder Krankheit wieder hergestellt werden kann, sei es durch medizinische Reha oder einen langsamen Wiedereinstieg in den Beruf. Ziel ist, dass Personen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Greifen solche Maßnahmen nicht oder nur unzureichend, erfolgt eine Beurteilung, in welchem Umfang Betroffene noch arbeiten können. Daraus errechnet sich die Höhe der Erwerbsminderungsrente.

Erwerbsminderung in Abstufungen

Je nachdem, wie schwer der Grad der Einschränkung bei der Erwerbsfähigkeit ist, unterscheidet der Gesetzgeber drei Stufen der Erwerbsminderungsrente: Rente wegen voller und teilweiser Erwerbsminderung, sowie Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit. Wer keine Ansprüche aus der gesetzlichen Unfallversicherung oder Rentenversicherung hat, hat unter Umständen ein Anrecht auf Grundsicherung. Die Grundversorgung vom Staat gibt es aber nur dann, wenn der Lebensunterhalt nicht aus eigenen Kräften gestemmt werden kann.

Doch was bedeuten die verschiedenen Abstufungen der Erwerbsminderungsrente für Betroffene? Volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn Versicherte täglich weniger als drei Stunden arbeiten können. Das betrifft auch Personen, die in einer offiziell anerkannten Behindertenwerkstatt oder einer ähnlichen Einrichtung arbeiten und wegen ihrer Behinderung keinen Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt finden.

Bei einer teilweisen Erwerbsminderung können Betroffene nur noch der bis sechs Stunden pro Tag arbeiten. Die Bezüge der Erwerbsminderungsrente halbieren sich dann. In manchen Fällen können ist jedoch auch der Erhalt voller Bezüge möglich. Nämlich dann, wenn Versicherte arbeitslos sind, weil für sie kein entsprechender Teilzeitplatz zur Verfügung steht.

Die dritte Art der Erwerbsminderungsrente wird gewährt, wenn eine teilweise Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit vorliegt. Diesen Anspruch können nur vor dem 2. Januar 1961 geborene geltend machen. So wird hier etwa bei gesundheitlichen Einschränkungen in Bezug auf den bisher ausgeübten Beruf eine teilweise Erwerbsminderung zugesprochen. Die Grundlage dafür ist, dass der alte nicht mehr oder weniger als sechs Stunden am Tag ausgeübt werden kann, ein anderer Beruf mit einer längeren Arbeitszeit jedoch möglich wäre. Beurteilt wird die Leistungsfähigkeit im Übrigen durch einen Arzt des Rentenversicherungsträger.

So kommen Erwerbsgeminderte an die Rente vom Staat

Erwerbsminderungsrente wird dann gezahlt, wenn die fünfjährige sogenannte allgemeine Wartezeit erfüllt ist. Von diesen fünf Jahren müssen drei Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt worden sein. Maßgebend zur Berechnung der Rentenbeiträge sind die bisher gezahlten Leistungen in die Rentenversicherung zuzüglich einzelner Anrechnungs- und Berücksichtigungszeiten, so etwa Arbeitslosigkeit oder Kindererziehungszeit. Zusätzlich spielt das eigene Alter und der Renteneintritt eine Rolle. Die Erwerbsminderungsrente ist eine Zeitrente. Das heißt, sie wird nur für einen bestimmten Zeitraum gewährt – in diesem Fall für maximal drei Jahre. Es sei denn, es ist unwahrscheinlich, dass die Erwerbsminderung behoben werden kann. Für die Beantragung der Erwerbsminderungsrente bedarf es eines Schriftstückes. Am besten nutzen Betroffene die entsprechenden Vordrucke des Rentenversicherungsträgers, damit alle Angaben und Unterlagen vollständig sind.

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Eine Antwort zu “Erwerbsminderungsrente: Das haben Sie zu erwarten”

  1. klassen sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    meine Frage wäre, Wekche auswirkung wird eine Erwerbsminderungsrente auf meine Altersrente sein?
    1.Ich bin 63, wenn ich aus Gesundheitsgründen eine Erwerbsminderungsrente in diesem jahr bekäme, wird meine Regelsalterrente in der Zukunft gekürzt?
    2.Darf ich 6 Stunden täglich arbeiten, wenn ich nicht mehr 8 Stunden arbeiten kann und die teilweise Erwerbsminderungsrentebekäme?

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