Rentenerhöhung 2016: Fluch, Segen oder beides?

(foto) Rentenerhöhung - Mehr Geld für RentnerRentner aufgepasst: Für das kommende Jahr rechnen Experten mit einer satten Rentenerhöhung von bis zu fünf Prozent. Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten: Nicht alle Rentner werden von dieser Rekorderhöhung profitieren – und was ist mit den noch arbeitenden Generationen?

Einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge, wartet im kommenden Jahr die kräftigste Erhöhung der Renten seit über 20 Jahren auf die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland. Experten des Bundessozialministeriums sowie der Deutschen Rentenversicherung prognostizieren ein sattes Plus von vier Prozent bis fünf Prozent.

Rentenerhöhung: Bis zu fünf Prozent Plus bei der Rente

Zwar handelt es sich bislang noch um Schätzungen, bewahrheiten sich diese jedoch, können Rentner im nächsten Jahr mit vier Prozent bis fünf Prozent mehr Rente rechnen. Nach aktuellem Stand lauten die konkreten Prognosen: 4,35 Prozent Rentenerhöhung im Westen und 5,03 Prozent mehr Rente im Osten. So bekäme ein Rentner in den alten Bundesländern nach 45 Beitragsjahren und einer Bruttorente von 1.314 Euro einen Zuschlag in Höhe von 57 Euro im Monat. Für Ruheständler hingegen, die lediglich eine Rente von 1.000 Euro brutto beziehen, fällt das Plus mit 40 Euro etwas geringer aus, während es bei einer 1.600-Euro-Rente sogar 64 Euro mehr sind.

Gründe für die starke Rentenerhöhung

Warum die Renten im nächsten Jahr so drastisch angehoben werden könnten, lässt sich mit vielen Faktoren erklären. Zum einen befindet sich Deutschland in einer guten Wirtschaftslage und die Arbeitslosigkeit ist in der Bundesrepublik derzeit auf dem niedrigsten Stand seit vielen Jahren. Dies bedeutet sowohl höhere Löhne – von denen die Rentner ebenfalls profitieren, da die Rente der Entwicklung der Löhne folgt – als auch mehr Beschäftigte, die in die Rentenkasse einzahlen und somit potentiell mehr Rente generieren.
Zum anderen komme laut Medienbericht bei dieser Rentenerhöhung noch ein statistischer Sondereffekt zum Tragen. So sei die Anpassung der Rente in diesem Jahr aufgrund einer Umstellung bei der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu gering ausgefallen. Dies soll mit der Rentenerhöhung 2016 ausgeglichen werden.

Erhöhung der Rente mit fatalen Folgen?

Viele betrachten die prognostizierte Rentenerhöhung um satte vier Prozent bis fünf Prozent mit einem überaus kritischen Blick. Schließlich zeigen Statistiken immer wieder, dass die demografische Veränderung in Deutschland kontinuierlich schneller bei der Rente durchschlägt. So werden sich die Reserven in der Rentenkasse offiziellen Schätzungen zufolge in den nächsten Jahren merklich verringern. Dies war schon bei der Änderung der Rente im Juli 2015 zu beobachten. Während die Renten im Westen um 2,1 Prozent sowie die im Osten um 2,5 Prozent angehoben wurden, verringerte sich die Rücklage von Juli bis August von einst 32,6 auf 31,8 Milliarden Euro.
Aus diesem Grund hat der Bundesverband der Jungen Unternehmer (BJU) die Bundesregierung aufgefordert, die erwartete Rentenerhöhung teilweise auszusetzen. Dies begründete der BJU mit Verweis auf den demografischen Wandel und die Zukunftslasten für jüngere Generationen. Zwar werden diese ohnehin kaum mehr ohne eine private Rentenversicherung über die Runden kommen, nichtsdestotrotz sollte die Bundesregierung dafür sorgen, dass sie gerechterweise zumindest überhaupt noch etwas von ihrer gesetzlichen Rente sehen.
Doch ebenso sind viele Rentner durch die Rentenerhöhung um bis zu fünf Prozent im Nachteil. Denn wenn ihre Rente einen gewissen Betrag übersteigt, sind Rentner in der Steuerpflicht und dürfen nach jahrzehntelanger Steuerzahlung nun erneut Geld an den Staat abdrücken.

Fazit: Eine Rentenerhöhung um bis zu fünf Prozent ist tatsächlich Fluch und Segen zugleich. Einige Rentner profitieren, andere nicht. Aber vor allem sind die jüngeren Generationen im Nachteil – auch wenn sich das wohl erst in den kommenden Jahren niederschlagen wird.

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Eine Antwort zu “Rentenerhöhung 2016: Fluch, Segen oder beides?”

  1. Johann Jakob Erkens sagt:

    Ich bin Rentner, und finde dass die Rentenerhöhung gerecht wäre. Über viele Jahre haben die Rentner real Minus in der Geldbörse gehabt. Allerdings sollte die Erhöhung besser moderater ausfallen und dafür der Rentenversicherungsbeitrag gehalten werden. Auch sollten Rücklagen nicht nur zur Sicherung der Renten vorgenommen werden sondern auch auf die Zukunft für die nächste Generation. Eine Absenkung des Beitrages wäre m.E. kontraproduktiv wie jetzt das bei der Krankenversicherung der Fall ist. Erst wurde hier der Beitrag für alle, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gesenkt und damit ein kleines reales Einkommensplus erreicht.Doch jetzt sind alleine für die Beschäftigten Zusatzbeiträge der Krankenkassen fällig. Eine solche Entwicklung bei den Rentenbeiträgen wäre fatal und ungerecht widerspräche dies doch eklatant dem solidarischen Prinzip der Sozialversicherung und einer gerechten Lastenverteilung. J.J.E.

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