Steigender Rentenbeitrag für Kinderlose

(Bild) RentenbeitragDie Große Koalition hat einen Weg gefunden, die Renten zu finanzieren. Weil die geplante Reform für die Rente ab 63 und Mutterrente bis 2030 etwa 160 Milliarden kosten wird, sollen nun Kinderlose einen höheren Rentenbeitrag entrichten, als berufstätige Eltern.

Es ist das Großprojekt der Großen Koalition: Die Rentenreform. Ein von Experten als völlig überzogenes und trügerisches „Geschenk“ eingeschätzt, wird der Steuerzahler die Rente ab 63 sowie die umstrittene Mütterrente aber noch teuer zu spüren bekommen. Allein bis 2030 würde die Rentenreform 160 Milliarden Euro kosten und die bisher gut gefüllte Rentenkasse schröpfen. Dennoch ist sich die Große Koalition ihres Weges sicher, insbesondere weil die Opposition keinen Gegner darstellt. So wurde auch schon eine Werbekampagne für 1,15 Millionen in Auftrag gegeben werden, ohne dass der Bundestag die Rentenreform beschlossen hat.

Ohne Kinder soll Rentenbeitrag steigen

Für das als populistisch kritisierte Rentengeschenk muss der Beitragszahler aber zukünftig stärker aufkommen. Der neueste Vorstoß aus der Union ist, dass kinderlose Arbeitnehmer einen höheren Beitrag entrichten sollen, als berufstätige Eltern. Ähnlich wird es bereits in der Pflegeversicherung gehandhabt. Die CSU-Politikern Silke Launert findet diese Lösung gerecht, weil Eltern im Interesse ihrer Kinder auf vieles verzichten würden. Laut Launert ging es darum, „Gerechtigkeit in die Rentenkasse zu bringen, indem jeder einen angemessenen Beitrag leistet.“

Keine Gerechtigkeit in der Rente

Andere Regelungen bei der Rente sollen jedoch bestehen bleiben. Dass Beamte und Politiker beispielsweise keine Rente beisteuern und ihren Lebensabend aus Steuergeldern finanziert bekommen, steht der Renten-Reform nicht im Wege. Die CDU will somit nun prüfen lassen, ob Kinderlose zur Sicherung der Rente einen höheren Beitrag leisten sollen. Ob dabei freiwillig oder ungewollt Kinderlose unterschiedlich berücksichtigt werden, steht noch aus. Eine Kontrolle dieses Umstandes wäre jedoch nur schwer möglich und würde zahlreiche weitere Fragen mit sich bringen, beispielsweise ob Homosexuelle als „unfreiwillig kinderlos“ anerkannt werden.

Kinder sind ein zweifelhaftes Kriterium

In der weiteren Überlegung sollte sich die Große Koalition die Frage gefallen lassen, ob das Kriterium „Kinder“ überhaupt tauglich ist. So sind kinderlose Menschen ohnehin schon schlechter abgesichert, als Eltern mit Kinder. Selbst wenn man familiäre Motive vernachlässigt, müssen Kinder beispielsweise selbst dann die Pflege im Alter bezahlen, wenn die Eltern sie verstoßen haben. Umgekehrt könnte man auch fragen, ob Raucher oder Übergewichtige zukünftig weniger Rentenbeitrag leisten müssen, weil sie allgemein einer höheren Sterblichkeit ausgesetzt sind. Oder steht der Erhöhung des Rentenbeitrags für Kinderlose etwa eine Steuervergünstigung gegenüber, weil auch Steuerzahler ohne Kinder bislang Kindergärten, Schulen und Universitäten mitfinanzieren? – Liebe GroKo, wollt ihr wirklich von Gerechtigkeit in der Rentenkasse sprechen?

Gerechtigkeit in der Rentenkasse? – Gerne können Sie diesen Beitrag kommentieren.

 

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0