Warum Nahles Rente ernste Folgen haben könnte

(foto) Rente mit 63 - Die Jungen müssen es richtenDie Rente mit 63 sorgte von Anfang für Kontroversen. Doch nun scheint immer deutlicher zu werden, dass Nahles Rentenkonzept enorme Risiken für das Rentensystem in Deutschland bergen könnte. Die Rücklagen schmelzen und düstere Zeiten zeichnen sich ab – insbesondere für die jüngeren Generationen.

Ab diesem Jahr 2015 wird die Rente von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles etwa neun Milliarden Euro jährlich kosten, wobei zu vermuten ist, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Vielmehr schätzen Experten, dass die Kosten bis 2013 auf elf Milliarden Euro pro Jahr ansteigen werden.

Boomende Konjunktur verschleiert Renten-Mär

Viele werden sich fragen, wie Wirtschaftsexperten darauf kommen, dass die Rentenrücklagen schmelzen, immerhin sank doch der Beitragssatz zur Rente zu Beginn dieses Jahres auf 18,7 Prozent. Aber genau hier liegt das Problem: Aufgrund der boomenden Konjunktur sowie der hervorragenden Arbeitsmarktzahlen in Deutschland sprudeln die Kassen förmlich über, so meldete ebenfalls die Rentenversicherung stetig neue Rekordwerte. Allerdings ist dies alles nur Schein und Rauch, denn in der Tat hätten die Beiträge zur Rente noch viel weiter heruntergeschraubt werden können, wären da nicht die zusätzlichen Kosten für Nahles Rente gewesen. Die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenkasse in Deutschland sank binnen weniger Monate um satte 2,4 Milliarden Euro ab. Während die Rücklage im November 2014 noch 35,131 Milliarden Euro stark war, konnten Ende März 2015 lediglich 32,715 Milliarden Euro verzeichnet werden – Tendenz fallend.

Entwicklung der Rente planmäßig

Jochen Pimpertz, Mitarbeiter beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW), sieht jedoch keinen Grund zur Sorge, schließlich seien Schwankungen nichts ungewöhnliches, vor allem in Zeiten einer boomenden Konjunktur. Darüber hinaus erwartet der IW-Experte, dass die Bundesregierung bis zum Jahr 2019 die Beitragssätze zur Rente immer wieder anpassen wird, womit sich niemand Sorgen um die Rücklagen machen müsse. Nichtsdestotrotz sieht Pimpertz darin natürlich auch die Crux: Schließlich bedeutet dies wieder steigende Abgaben zur Rente.

Rente mit 63 ist eine Fehlkalkulation

Die Problematik ist, dass die von Arbeitsministerin Nahles vorgelegten Planzahlen zur Rente womöglich nur noch Makulatur darstellen. Denn die Bundesregierung hat sich hierbei mächtig geirrt. So wollen mehr Bundesbürger die Rente mit 63 als von Nahles erwartet. Folglich werden auch die Kosten für das Konzept den angenommenen Rahmen sprengen. Für viele war die Rente mit 63 von Anfang an eine Farce, eine viel zu optimistische Milchmädchenrechnung. Schließlich müsse nun nicht nur mehr Rente ausgezahlt werden, sondern zugleich fehlen auch enorme Summen an Steuereinnahmen sowie Rentenbeitragszahlungen.

Pimpertz sieht in Nahles Rentenpaket keine angemessene Maßnahme, vielmehr bedeutet es eine Umverteilung der Kosten zulasten der jungen Beitragszahler. Immerhin büßen junge Menschen schon jetzt sehr viel bei der Rente ein. Zudem verschlimmert sich das Problem des Arbeitskräftemangels immer mehr. Aller Kritik zum Trotz glaubt das IW nicht daran, dass die Nahles Rente rückgängig gemacht wird. Wie es allerdings damit weiter gehen soll, darüber mag wohl niemand so recht spekulieren.

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