Zuschussrente als Mittel gegen die Altersarmut?

Die Zuschussrente soll es nur bei zusätzlicher privater Vorsorge geben.Um künftige Rentner besser vor drohender Altersarmut zu schützen, plant Bundessozialministerin Ursula von der Leyen die Einführung einer sogenannten Zuschussrente. Dafür sollen jedoch umfangreiche Voraussetzungen gelten. Zu diesen gehört unter anderem, dass der Empfänger bereits privat für seine Rente vorsorgen muss.

Die aktuelle Diskussion um Rentenzahlungen und Altersarmut betrifft in erster Linie junge Menschen, die heute kaum an das Leben nach der Berufsausübung denken. Während es der aktuellen Rentnergeneration vergleichsweise gut geht, sind die Aussichten für die nächsten Generationen trübe. Für die wenigsten künftigen Rentner kann sichergestellt werden, dass ihre Altersrente mehr als 686 Euro beträgt. Somit müssen wahrscheinlich viel mehr Rentner als heute eine zusätzliche staatliche Grundsicherung beantragen. Aktuell trifft dies nur auf 2,5 Prozent der Rentner zu.

Sinkende Altersrente

Gründe für das sinkende Rentenniveau gibt es viele: Eine hohe Arbeitslosenquote und viele geringfügige Beschäftigungen sorgen dafür, dass weniger Geld in die Rentenkasse gespült wird. Außerdem haben die verschiedenen Reformen der gesetzlichen Rentenversicherung in den letzten Jahren dazu geführt, dass künftige Rentner deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Aktuell beträgt das Rentenniveau abzüglich der Sozialabgaben 50 Prozent, es soll jedoch bis 2030 auf 43 Prozent sinken. Schon jetzt ist es nicht einfach, für das Alter vorzusorgen. Erst wenn ein Arbeitnehmer etwa 27 Jahre lang wenigstens ein durchschnittliches Einkommen verdient hat, hat er später Anspruch auf eine monatliche Rente von 686 Euro und damit nur auf die Grundsicherung.

Staatlicher Zuschuss nicht für alle

Um der Entwicklung gerecht zu werden, soll laut den Plänen von der Leyens die Zuschussrente helfen. Sie soll Menschen zugute kommen, die trotz eines langen Arbeitslebens und privater Altersvorsorge nur eine Rente in Höhe der Grundsicherung bekommen würden. Mit der Zuschussrente und dem übrigen Einkommen würden Ruheständler dann monatlich 850 Euro erhalten. Die Voraussetzungen für den Rentenzuschuss sind jedoch umfangreich. Für Rentner sind 40 Versicherungsjahre Pflicht, ab 2023 sogar noch fünf Beitrags- und Versicherungsjahre mehr. Außerdem muss der angehende Rentner zusätzlich privat für das Alter vorgesorgt haben, beispielsweise in Form eines Riester-Sparplans. Hier gibt es allerdings noch eine weitere Einschränkung: Wer ab 2019 Rentner wird, muss vorher mindestens fünf Jahre lang privat vorgesorgt haben, um Anspruch auf den Zuschuss zu haben.

Zusätzliche Altersvorsorge wird wichtiger

Wird die Zuschussrente tatsächlich verabschiedet, wird es für Arbeitnehmer mit geringem und mittlerem Einkommen noch wichtiger, privat für das Alter vorzusorgen. Am geeignetsten sind dafür laut einem aktuellen Bericht der Stiftung Warentest staatliche Förderungen wie die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Rente.

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