Alles zur Steuererklärung: Angaben in der Steuererklärung

Die Steuererklärung bringt den Deutschen jedes Jahr eine durchschnittliche Rückzahlung von 800 Euro. Wer dabei Steuersoftware verwendet, kann sogar auf im Schnitt 1.400 Euro hoffen, da die Programme gewisse Lücken und Tipps ausnutzen. Doch zunächst stellt sich die Frage, welche Angaben nötig sind?

Nötige Angaben bei der Einkommenssteuer

Welche Einkünfte müssen bei der Einkommenssteuer angegeben werden? Kurze Antwort: Idealerweise alles. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Schon darum ist es wichtig, die finanzielle Situation wahrheitsgemäß anzugeben. Die eigenen Einkünfte aufzuzeigen, hat zudem den Vorteil, dass umso eher auch die Ausgaben angerechnet und Steuern erstattet werden – Fairplay auf beiden Seiten.
Angaben, die oft vergessen werden, sind beispielsweise Zinserträge von Sparbüchern, die noch aus Kindertagen bestehen. Auch Dividenden, wie sie vielleicht die Krankenkasse gezahlt hat, sind steuerpflichtig. Hat eine Krankenkasse für ein Kalenderjahr 100 Euro der Beiträge zurückgezahlt, ist dieser Betrag von der laut dem Lohnsteuerbescheid geleisteten Jahressumme abzuziehen. Ebenfalls ein prominentes Beispiel ist das Kautionskonto von Mietern. Dieses ist zwar bei der Bank zum Pfand, wird aber dennoch verzinst und dem Mieter zugezählt. Die meist nur geringen Einkünfte, die durch Zinsen entstanden sind, können ohne Bedenken angegeben werden, da sie eh nicht ins Gewicht fallen. Viel wertvoller sind dagegen vollständige Unterlagen.
Weiterhin zählen in die Verdienstangaben der Steuererklärung neben einem Gesamtlohn über 8.004 Euro aus allen ausgeübten Tätigkeiten die Erträge aus einer erhaltenen Rente, ob gesetzlich, privat oder sonstige; Einkünfte aus der Sozialversicherung bis hin zu Kindergeld, eine Aufsichtsratvergütung, Einkünfte aus Spekulationsgeschäften, die vollständigen Gewinne aus privaten Veräußerungen ab über 600 Euro pro Person (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG) sowie Erträge aus Finanzanlagen und Kapitalvermögen, Immobilien und Fonds. Zu einer vollständigen Checkliste für die Steuererklärung findet man am Ende dieses Artikels.

Welche Ausgaben kann man bei der Steuererklärung anrechnen? Im Gegenzug zu den umfangreichen Angaben zum Einkommen, dürfen auch eine Reihe an Ausgaben angegeben werden. Wer in beiden Fällen offen agiert, hat die besten Chancen auf die Erstattung möglicher Kosten.
Als Sonderausgaben werden angegeben: Sozialversicherungen, Versicherungspolicen sowie Privatversicherungen, Spendenquittungen, Aufwendungen für Weiterbildungen, Kirchensteuer, Alimente und Scheidungsunterhalt. Einen weiteren Posten bilden die sogenannten außergewöhnlichen Belastungen. Zu diesen zählen Rechnungen über Arztkosten, Apothekenbelege, vom Zahnarzt, zur Brille oder Kurkosten. Im Falle einer Behinderung zählen auch in Verbindung damit entstandene Kosten hinzu. Auch Pflegekosten, Scheidungskosten sowie eine Beerdigung gilt als außergewöhnliche Belastung. Weiterhin ist die Zuzahlung bei städtischen Baumaßnahmen möglich anzugeben oder sonstige Rechnungen, die unvorhergesehen aufkamen und nicht alltäglich sind.
Selbst Haushaltsdienste können steuerlich geltend gemacht werden, ob sie im eigenen Haus oder nur für Untermieter notwendig waren. Hierzu zählt ein Reinigungsdienst, Gartenarbeiten oder die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes. Handwerkerleistungen und Hausmeisterdienste von der Wartung bis zur Reparatur, Installation oder Modernisierung sind ebenso gültig.
Zu den Werbungskosten zählen hingegen Ausgaben, die nötig sind und waren, um Einkünfte zu ermöglichen. Der klassische Fall ist die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Hier ist die Angabe der Entfernung nötig, worauf eine Pauschale berechnet wird. Quittungen von der Tankstelle sind in diesem Fall überflüssig. Eine vollständige Übersicht zu allen Angaben findet man in der Checkliste am Ende dieses Artikels.

Im zweiten Teil von „Alles zur Steuererklärung“ finden sich geeignete Programme für die elektronische Steuererklärung. Im vierten Teil geht es zu einer Checkliste für die Steuererklärung.

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