Bundeshaushalt: Bis jetzt weniger Steuereinnahmen als geplant

(foto) Steuereinnahmen auf schwachem KursDie amtliche Steuerschätzung vom Monat Mai hatte der Bundesregierung für das Jahr 2014 bei den Steuereinnahmen ein 3,2 prozentiges Plus prognostiziert. Doch nun scheint es, als müsse man sich in Berlin von diesen vorausgesagten Schätzungen verabschieden. Denn bis jetzt stiegen die Steuereinnahmen lediglich um etwa 1,9 Prozent.

Bis einschließlich August 2014 nahm der Bund 163,8 Milliarden Euro an Steuern ein. Damit ist der prognostizierte Wert aller Wahrscheinlichkeit nach wohl nicht mehr zu erreichen, hinkt er doch immerhin 1,3 Prozentpunkte hinter der Prognose hinterher. Unklar bleibt vorerst, ob dieser Rückstand bis zum Jahresende aufzuholen ist.

Bundesländer verzeichnen Plus bei Steuereinnahmen

Etwas Hoffnung besteht noch für die restlichen vier Monate 2014, denn es stehen noch die Einnahmen aus den Sonderzahlungen aus, wie beispielsweise Weihnachtsgeld, das 13. Monatsgehalt und darüber hinaus auch das Weihnachtsgeschäft.
Die Bundesländer hingegen konnten in den ersten acht Monaten dieses Jahres aus den Steuern ein Plus von 3,5 Prozent verzeichnen, womit sie sogar über den Prognosen liegen. Insgesamt wurden 162,7 Milliarden Euro Steuern eingenommen.
Bund und Länder zusammengenommen hatten Steuereinnahmen in Höhe von 371,6 Milliarden Euro.

Rückläufige Steuereinnahmen keine Gefahr für Haushaltsziele

Zwar liegen die Steuereinnahmen des Bundes noch deutlich hinter den Erwartungen, dennoch seien die Haushaltsziele dadurch noch keinesfalls gefährdet. Die große Koalition hat es sich als Ziel gesetzt, im nächsten Jahr 2015 zum ersten Mal seit 1969 einen Etat ohne Neuverschuldung vorzulegen. Im laufenden Jahr 2014 jedoch wird noch mit einem 6,5 Milliarden Euro Defizit gerechnet, welches mit Krediten überbrückt werden soll.

Optimistisch dank des stabilen Arbeitsmarktes

Sondereffekte können die Steuereinnahmen teils stark verzerren, sodass Prognosen auf die kommenden Monate derzeit schwierig erscheinen. So geschieht es manchmal, dass die Steuereinnahmen höher ausfallen, als in der Steuerschätzung gedacht.
Nichtsdestotrotz sind die Einnahmen aus der Lohnsteuer äußerst stabil. So sind diese Steuern auf 13,3 Milliarden Euro gestiegen, was einem Zuwachs von 7,3 Prozentpunkten entspricht.
Auch die Konjunktur scheint sich nach dem Rückschlag im Frühjahr nun wieder zu erholen, sodass mit einer Zunahme des BIP gerechnet wird, sofern nur die geopolitische Situation nicht eskaliert. Insbesondere der sich positiv entwickelnde Arbeitsmarkt garantiere eine stabile Binnenkonjunktur, so das Finanzministerium. Derzeit expandiert die Beschäftigung immer noch, was natürlich dazu beiträgt, das auch der private Konsum dem Wirtschaftswachstum weiter Auftrieb verleiht.

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