Falscher Steuerbescheid: So verschenkt man kein Geld

(foto) Beim Steuerbescheid genau nachrechnenSobald der Steuerbescheid vom Finanzamt ins Haus flattert, sollten sich Steuerzahler die Zeit nehmen und diesen eingehend prüfen. Denn wie der Bund der Steuerzahler berichtet, ist etwa jeder dritte Steuerbescheid fehlerhaft. Doch wie lassen sich die Fehler aufspüren und welche Schritte müssen anschließend unternommen werden?

Wer schon eine gefühlte Ewigkeit an der aufwendigen Steuererklärung gesessen hat, der ist in der Regel froh, wenn diese dann endlich beim Finanzamt vorliegt. Der Steuerbescheid, der irgendwann später eintrudelt, wird dann häufig nur schnell abgeheftet. Dabei sind viele dieser Bescheide vom Finanzamt fehlerhaft und Steuerzahler verschenken im schlimmsten Fall unnötig Geld.

Steuerbescheid gründlich prüfen

Wer seinen Steuerbescheid vor sich liegen hat, sollte als erstes die Zahlen gründlich überprüfen. Denn einige Angaben werden dem Finanzamt von Versicherern, Arbeitsagenturen, Rentenversicherungsanstalten, Pensionskassen, Banken und anderen Institutionen übermittelt. Obwohl der Bundesfinanzhof (BFH) bereits dargelegt hat, dass sämtliche Informationen vom Finanzbeamten zu prüfen sind, bevor sie übernommen werden, treten hierbei offenbar häufiger Fehler auf. Aus diesem Grund sollten Steuerzahler kontrollieren, ob es an irgendeinem Punkt Abweichungen zwischen den von ihnen gemachten Angaben und den Aufführungen im Steuerbescheid gibt. Hier lohnt es sich außerdem, einen Blick auf etwaige Erläuterungen am Ende des Bescheids zu werfen. Denn das Finanzamt steht in der Pflicht, auf entsprechende Diskrepanzen zwischen Steuererklärung und Steuerbescheid einzugehen. So finden sich dort oftmals Hinweise darauf, welche Punkte voneinander abweichen.
Darüber hinaus sollten sämtliche vom Steuerzahler gemachten Angaben auch tatsächlich im Steuerbescheid auftauchen. Damit eine Überprüfung diesbezüglich möglich ist, empfiehlt Rudolf Gramlich vom Lohnsteuerhilfeverein Steuerring, stets eine Kopie der fertigen Steuererklärung zu machen.
Übrigens: Wenn ein Steuerzahler feststellt, dass sich das Finanzamt zu seinen Gunsten geirrt hat, muss er dieses nicht darauf hinweisen, wie aus einem Urteil des BFH aus dem Jahr 2012 hervorgeht. Demnach müsse er den Vorwurf der Steuerhinterziehung oder Steuerverkürzung nicht fürchten.

Einspruch gegen Steuerbescheid immer schriftlich

Der Einspruch gegen einen Steuerbescheid muss innerhalb eines Monats in schriftlicher Form sowie mit ausreichender Begründung beim Finanzamt eingereicht werden. Dabei sollte das Schreiben Absender, Steuer- und Steueridentifikationsnummer enthalten. Damit das Finanzamt den Einspruch auch zuordnen kann, ist anzugeben, gegen welchen Steuerbescheid widersprochen wird.
Wer fälschlicherweise eine recht hohe Summe zurückzahlen muss, für den ist es ratsam, zugleich einen Antrag auf „Aussetzung der Vollziehung“ zu stellen. Wird dieser nicht gestellt, würde die Zahlung trotz des Einspruchs fällig.

Steuerbescheid: Einspruch abgelehnt und nun?

Wird der Widerspruch gegen den Steuerbescheid vom Finanzamt abgelehnt, können Steuerpflichtige eine Klärung mit diesem ersuchen. Sollte auch dies nicht den gewünschten Nutzen bringen, bleibt noch immer der Weg vor ein Finanzgericht, wobei die Aussicht auf Erfolg gar nicht schlecht ist. So wird etwa in 40 Prozent der Fälle vor dem BFH zugunsten der Steuerzahler entschieden.
Wer gegen seinen Steuerbescheid klagen möchte, der muss auch hier erneut eine Frist von einem Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsablehnung einhalten. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich eine Klage gegen den Steuerbescheid nur dann wirklich lohnt, wenn es um größere Summen geht. Schließlich werden vor Gericht wieder entsprechende Kosten fällig. Daher sollten Steuerzahler im Vornherein unbedingt eine Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen.

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