Rentenerhöhung: Darum sollten Rentner Steuerpflicht prüfen

(foto) Rentenerhöhung gleich mehr Geld? - Nicht unbedingt.Für viele Rentner war es wohl Flucht und Segen zugleich, als das Kabinett mit Wirkung zum 1. Juli 2014 eine Rentenerhöhung beschloss. Insgesamt bekamen ab diesem Stichtag gut 20,5 Millionen Ruheständler mehr Rente. Dadurch kommen jedoch auch einige Rentner über den steuerfreien Betrag und müssen möglicherweise eine Steuererklärung für das Jahr 2014 abgeben.

Dieser Freibetrag, bis zu welchem Rentner nicht steuerpflichtig sind, liegt für 2014 bei 8.492 Euro. Wer mit über diese Grenze hinaus kommt, muss einen von der Höhe der Rente abhängige Steuerabgabe leisten. Mit der neuen Rentenerhöhung könnte dies nun für einige Senioren mehr der Fall sein.

Rentenerhöhung in konkreten Zahlen

Die Rentenerhöhung für das Jahr 2014 wurde vom Bundesarbeitsministerium bereits im März angekündigt. Demnach erhöht sich die Rente in den neuen Bundesländern um 2,53 Prozent und im Westen um 1,67 Prozent. Konkret bedeutet dies, dass bei einer monatlichen Rente in Höhe von 800 Euro im Osten mit einem Aufschlag von 20,24 Euro brutto und in den alten Bundesländern von 13,36 Euro zu rechnen ist. Damit liegt die Rentenerhöhung über der angenommenen Inflationsrate von 1,5 Prozent.
Erneut fiel somit die Rentenerhöhung in den neuen Bundesländern stärker aus, was mit dem dortigen stärkeren Lohnanstieg zu begründen ist. Nichtsdestotrotz liegt das Niveau der Rente im Osten noch immer unter dem des Westens, macht es doch lediglich 92,2 Prozent des Westwertes aus.

Führt die Rentenerhöhung zwangsläufig zur Steuerpflicht?

Nein. – Ob die Steuererklärung tatsächlich nötig ist, hängt sowohl von der Höhe der gesamten Einkünfte ab – sprich der Rente und etwaigen zusätzlichen Einnahmen – als auch vom Jahr des Renteneintritts. Darüber hinaus können bei Rentnern beispielsweise Beiträge zur Krankenkasse oder unter gewissen Umständen auch Ausgaben aufgrund von Krankheiten steuermindernd wirken. Daher rät die Bundessteuerberaterkammer in Berlin allen Senioren, ihre Steuerpflicht prüfen zu lassen, eventuell würde diese trotz Rentenerhöhung überhaupt nicht entstehen.

Wirkt sich die Rentenerhöhung auf den Zuverdienst aus?

Das kommt darauf an, um welche Art Zuverdienst es sich handelt. In Deutschland gibt es über eine Million berufstätige Rentner, von denen eine Vielzahl lediglich einem Minijob nachgehen. Ruheständler, die ihre Rente daher mit solchen 450-Euro-Jobs aufbessern wollen oder sogar müssen, brauchen sich diesbezüglich wegen der Rentenerhöhung keine Sorgen machen. Geringfügige Beschäftigungen bleiben weiterhin steuerfrei. Für Senioren jedoch, welche nebenbei noch einen sozialversicherungspflichtigen Nebenberuf ausüben, erhöht sich dadurch natürlich das Einkommen und folglich auch die Abgaben.
Wer durch die Rentenerhöhung 2014 nun wirklich dazu gezwungen ist, eine Steuererklärung abzugeben, der kann sich ebenfalls anhand der blog.geld.de Steuertipps für Rentner entsprechende Informationen einholen. Auch der Gang zum Steuerberater könnte in diesem Falle nützlich sein.

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