Steuerbescheid: Das sind die häufigsten Fehler

Bild Steuerbescheid prüfenIn diesen Wochen erhalten viele Verbraucher Post vom Finanzamt, der Steuerbescheid flattert ins Haus. Doch wenn die Berechnung der Behörde etwas anderes ergibt, als es der Steuerpflichtige erwartet hat, lohnt es sich, den Bescheid genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bei der Steuererklärung unterlaufen leicht Fehler – den Steuerzahlern genauso wie den Finanzämtern. Gibt es Fehler zu beanstanden oder zu korrigieren, sollte die Widerspruchsfrist genutzt werden, denn einem Großteil der Widersprüche Steuerpflichtiger wird stattgegeben.

Steuerbescheid: Fehlern mit Einspruch begegnen

Ob Zahlendreher oder Rechenfehler: Kommt der Steuerbescheid nach Hause, sollten Bürger nicht blind akzeptieren, was da so steht. Auch wenn die Steuererklärung für viele ein Graus ist, lohnt es sich, lieber zweimal hinzusehen, gerade wenn der Bescheid nicht ganz so gut ausfällt, wie erwartet. Einige Fehler häufen sich in der Steuererklärung immer wieder, wie „Finanztest“ festgestellt hat. Bei diesen Punkten sollten Sie deshalb achtgeben:

Steuern und Sonderausgaben

Arbeitnehmer, die übers Jahr Lohnsteuer zahlen, können die Angaben auf dem Steuerbescheid ganz einfach mit denen auf der Lohnsteuerabrechnung vom Arbeitgeber abgleichen. Sollte es hier zu Eingabe- oder Übermittlungsfehlern gekommen sein, sind diese leicht nachzuweisen. Wer eine Riester Rente sein Eigen nennt, kann diese Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Unter dem Punkt „unbeschränkt abziehbare Sonderausgaben“ können Sie nachprüfen, ob die Angaben auch korrekt sind. Im gleichen Absatz finden sich auch weitere Ausgaben, wie Kinderbetreuungskosten, Kirchensteuer und Spenden, die unbedingt ihre Richtigkeit haben sollten, damit der Steuerbescheid am Ende stimmt. Wer die Lohnsteuerjahresbescheinigung des Arbeitgebers zur Hand hat, kann gleich kontrollieren, ob der Bruttojahresland korrekt übertragen wurde. Dann gilt es, die Werbungskosten unter die Lupe zu nehmen: Wurden alle beruflich anfallenden Kosten berücksichtigt? Falls nicht, kann das die Grundlage für einen Widerspruch sein.

Kapitalerträge und steuermindernde Leistungen

Bei Kapitalerträgen ist es der Sparerpauschbetrag, der auf dem Steuerbescheid interessant ist. Für Einzelpersonen kann dieser in Höhe von 801 Euro, für Verheiratete in Höhe von 1602 Euro berücksichtigt werden. Dazu müssen jedoch die in „Einkünfte aus Kapitalerträgen“ erfassten Daten mit den durch die Bank bescheinigten Beträgen übereinstimmen. Während die Riester Rente in den Bereich der unbeschränkt abziehbaren Sonderausgaben fällt, sind andere Altersvorsorgeaufwendungen, sowie die Kranken- und Pflegeversicherung im Punkt „beschränkt abziehbare Sonderausgaben“ angegeben. Auch hier hilft der Abgleich mit der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers. Wie hoch die Steuerlast tatsächlich ausfällt, wird unter dem Punkt „Berechnung der Steuer“ ersichtlich. Hier finden sich auch, falls berücksichtigt, steuermindernde Leistungen durch Handwerker. Falls diese zu niedrig angesetzt werden oder ganz fehlen, kann auch hier Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden.

Widerspruch gegen den Steuerbescheid einlegen

Drei Tage nach seinem Datum gilt der Steuerbescheid dem Verbraucher als bekannt. Ab diesem Zeitpunkt hat er vier Wochen Zeit, um seinen Einwand schriftlich zu erheben. Per Brief oder Fax kann dem Finanzamt mitgeteilt werden, dass Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt wird. Eine konkrete Begründung, bestenfalls mit entsprechenden Belegen, oder mit Hinweis auf entsprechende Urteile oder Erlasse, ist sinnvoll. Schaffen Sie es nicht, innerhalb der Widerspruchsfrist alle Beweise vorzulegen, reicht zunächst auch nur der schriftliche Einspruch und das Nachreichen der Belege. Dann heißt es abwarten, doch der Aufwand kann sich lohnen: Von mehr als fünf Millionen Steuerzahlern, die sich jährlich gegen ihren Steuerbescheid wehren, sind rund zwei Drittel erfolgreich.

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