Alles zur Steuererklärung: Die Checkliste zur Steuer

(Bild) SteuererklärungHat man jetzt auch alles richtig gemacht und nichts vergessen? Sind alle möglichen Ausgaben angegeben und wichtige Belege beigefügt? Wer solche und ähnliche Fragen zu seiner Steuererklärung hat, dem hilft die Checkliste zur Steuererklärung von Geld.de. Übrigens: Je umfassender und vollständiger die Steuererklärung, desto höher ist die Chance auf eine Rückzahlung.

1. Persönliche Angaben

Als erstes gilt es, persönliche Angaben zu machen. Hierzu zählen die Angaben zur Person wie Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse. Außerdem wird das zuständige Finanzamt genannt (nach Wohnsitz), die Steuernummer sowie die Personenidentifikationsnummer. Diese Angaben sind unter anderem auf dem letzten Schreiben vom Finanzamt zu finden. Nun braucht es noch die Bankverbindung, eventuell der Bescheid der letzten Steuererklärung sowie wenn vorhanden der Korrespondenz zu Steuerfragen. Da nicht immer der selbe Sachbearbeiter für einen zuständig ist, werden so eventuelle Absprachen für Dritte transparent gehalten.

2. Lohn und Gehalt

Der grundlegende Bestandteil der Einkommenssteuererklärung ist der Lohn. Hierfür ist die Lohnsteuerbescheinigung oder Lohnsteuerkarte beizulegen. Bei Arbeitslosengeld oder Krankengeld ist ebenfalls ein Nachweis von Lohnersatzleistungen Pflicht. Nachweis über den Wehrdienst, über Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Auslandsaufenthalte oder Wohnungsbauprämien falls vorhanden, nicht vergessen!

Dem Lohn und Gehalt gegenüber stehen die Werbungskosten: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit werden abzüglich der Urlaubstage an den Arbeitstagen berechnet und mit Kilometerangabe je Fahrt vermerkt. Das Finanzamt stellt hierzu eine eigene Pauschale. Tankstellenquittungen sind unnötig! Weitere Werbungskosten sind Dienstreisen inkl. Belege, Rechnungen für Arbeitsmittel wie Berufskleidung oder Werkzeug, Rechnungen für Fachbücher und Zeitschriften, Belege für Fortbildungen mit Gebühren, Fahrtkosten und Verpflegungsaufwand. Weiterhin können die Kosten für Bewerbungen angegeben werden, wozu Fahrtkosten, Kopiekosten und Insteratskosten zählen. Auch Rechnungen für Umzugskosten aufgrund beruflicher Veränderung sind beizulegen, berufsbedingte Prozesskosten, beruflich bedingte Telefonkosten, Beiträge für Gewerkschaften, Ausgaben für ein Arbeitszimmer (alle zehn Jahre) sowie Steuerberatungsgebühren.

3. Einkünfte anderer Art

Nach Lohn und Gehalt und den damit verbundenen Aufwendungen kommen andere Einkünfte. Hierfür kommen folgende Unterlagen in Frage: ein Rentenbescheid zur gesetzlichen, privaten oder sonstigen Rente, Einkünfte aus der Sozialversicherung, Aufsichtsratsvergütungen und Spekulationsgeschäfte. Abzugrenzen ist davon Punkt 4: Einkünfte aus Kapitalvermögen.

4. Einkünfte aus Kapitalvermögen

Zu den steuerpflichtigen Angaben für Einkünfte aus Kapitalvermögen sind sämtliche Wertpapierabrechnungen beizulegen, Erträgnisaufstellungen, Steuerbescheinigungen sowie Bescheinigungen über Ausschüttungen von Firmen etc., ausländische Kapitalerträge, Zinserträge aus Sparguthaben, aus privaten Darlehen, aus Bausparguthaben sowie Steuererstattungszinsen. Einen extra Punkt darüber hinaus bilden die Erträge durch Immobilien.

5. Vermietete Immobilien und Immobilienfonds

Für Immobilien und Immobilienfonds ist zunächst die genaue Kennzeichnung des Objekts nötig. Hierzu sind folgende Angaben gängig: Lage, Gesamtfläche, vermietete Fläche, Anschaffungsdatum, Fertigstellung, Nutzung sowie Wert der Immobilie. Folgende Unterlagen sind zudem für die Steuer von Belang: der Kaufvertrag, Anschaffungsnebenkosten wie Anwälte, Grundsteuer und Notar, Angaben zur Finanzierung (Darlehensverträge), Aufwendungen für das Haus (Erhaltungsaufwendungen), Mietverträge, Mieteinnahmen und wenn möglich noch der Verwaltungsaufwand.
Als Werbungskosten stehen diesen Punkten gegenüber: Darlehenszinsen, Grundsteuer, Straßenreinigung, Schneebeseitigung, Hausbeleuchtung, Heizung, Warmwasser, Schornsteinfeger, Versicherungen, Hausmeister, Reinigung, Aufzug sowie Steuerberatungskosten, Rechtsanwaltskosten, Bürobedarf, Porto und Telefonkosten.

6. Sonderausgaben und Versicherungen

Nach dem Kapitalvermögen geht es um die Ausgaben. Bei der Angabe von Sonderausgaben zählen rein: Versicherungspolicen und Quittungen zu Privatversicherungen, Renten-, Lebens-, Kranken-, Unfall-, Kfz-, Privathaftpflichtversicherung sowie Sterbekasse. Außerdem eine Bescheinigung über Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abzüglich aller Dividenden; Bescheinigungen zu Beiträgen in die Riester-Rente (§ 10 a EStG), Spendenquittungen, Aufwendungen für Weiterbildungen in einem nicht ausgeübten Beruf, Kirchensteuer und schließlich ein eventueller Scheidungsunterhalt.

7. Außergewöhnliche Belastungen

Als außergewöhnliche Belastungen darf darüber hinaus angegeben werden, was für Arztkosten entstanden. Hierzu zählen Belege von der Behandlungen, Apothekenrechnungen, Rechnungen für Zahnersatz, Brille oder Kurkosten. Außerdem ist ggf. ein Nachweis über eine Behinderung nötig, Belege für die Unterstützung von Angehörigen, Nachweis der Pflege von dauerhaft hilflosen Personen, Rechnungen von Scheidungskosten sowie Kosten einer Beerdigung. Außergewöhnliche Belastungen können zudem auch über das familiäre Umfeld hinaus von städtischer oder staatlicher Seite auftreten, etwa bei der Beteiligung der Anlieger zum Ausbau einer Straße etc. Alle unvorhergesehenen, nicht alltäglichen Ausgaben sind hier möglich aufzuführen.

8. Haushaltsnahe Dienste

Den vorletzten Posten machen haushaltsnahe Dienste aus, die vorwiegend nur für Hauseigentümer Relevanz besitzen. Hier wird angegeben und nachgewiesen, dass Dienstleister für Reinigung, Pflege, Reparatur, Installation, Modernisierung oder Erhalt zuständig waren. Sowohl handwerkliche als auch haushalterische Tätigkeiten können geltend gemacht werden. Das reicht von der Modernisierung des Badezimmers über das Neustreichen einer Tür bis zum Rasenmähen und Heckeschneiden. Die jeweiligen Quittungen sind jedoch zwingend nötig.

9. Kinder in der Steuererklärung

Kinder im selben Haushalt erfordern in der Steuererklärung folgende Angaben: Angaben zu den Kindern selbst, erhaltenes Kindergeld, Kosten für Kinderbetreuung von der Kindergrippe über den Kindergarten bis hin zum Hort. Bei Kindern über 18 ist ein Ausbildungsvertrag vorzulegen, Lohnsteuerkarte oder Lohnsteuerbescheinigung, Schul- oder Studienbescheinigung, ein Nachweis bei auswärtiger Unterkunft, der Bafög Bescheid und Ausbildungskosten (bspw. Schulgeld). Weiterhin kann in Frage kommen, die Anschrift weiterer Elternteile angeben zu müssen, Informationen zur Übertragung des Kinderfreibetrags auf andere Elternteile oder darüber, dass Unterhaltsleistungen des anderen Elternteils nicht zu mindestens 75 Prozent gezahlt werden.

Hat man etwas bei der Steuererklärung vergessen, sollte man dies noch nachreichen oder aber von vornherein die unterschiedlichen Fristen zur Steuererklärung ausnutzen.

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2 Antworten zu “Alles zur Steuererklärung: Die Checkliste zur Steuer”

  1. Michelle Schreiber sagt:

    Eine sehr schöne Checkliste für die Steuererklärung. Es ist immer gut sich etwas mehr Gedanken darüber zu machen. Je umfangreicher und detaillierte man seine Steuererklärung macht, desto höher ist die Chance ordentlich was zurück zu bekommen. Naja zumindest wenn man genug absetzen kann. Vielen Dank für diese schöne Checkliste, damit wird die nächste Steuererklärung ein Kinderspiel.

  2. Anna S. sagt:

    Genau nach so einem Beitrag habe ich gesucht!!
    Super vertständlich und toll aufgelistet.
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Anna

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