Steuertipps Teil 7: Rentner

Auch immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben.Wer aus dem Arbeitsleben ausscheidet und das wohlverdiente Rentnerdasein genießen möchte, kommt dennoch um die Steuererklärung nicht herum. Etwa fünf Millionen Rentner reichen jährlich ihre Einkommensteuererklärung beim Fiskus ein, doch die Zahl dürfte bald schon steigen.

Grund dafür ist das neue Alterseinkünftegesetz: Es schreibt vor, dass der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente je nach Rentnerjahrgang steigt. Demnach ist bei einer Person, die 2005 in den Ruhestand ging, 50 Prozent der gesetzlichen Rente steuerpflichtig. Wer dagegen 2012 in den Ruhestand ging, muss bereits 64 Prozent seiner gesetzlichen Rentenbezüge versteuern. Durch diese neue Regelung müssen immer mehr Rentner Steuern zahlen und eine Steuererklärung einreichen.

Umfassendes Kontrollsystem

Wer meint, sich vor dieser Pflicht drücken zu können, hat schlechte Karten. Zeitgleich mit den neuen Regelungen ist auch ein neues Melde- und Kontrollsystem eingeführt worden. Dieses verpflichtet Rentenzahlstellen wie etwa private Rentenversicherer, Pensionskassen und die Deutsche Rentenversicherung dazu, die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen über alle geleisteten Zahlungen zu informieren. Die Zulagenstelle leitet die Daten nach der Auswertung an das zuständige Finanzamt weiter, welches somit gut darüber informiert ist, welche Zahlungen Rentner erhalten haben.

Besteuerungs- und Ertragsanteil

Ihre Einkünfte müssen Rentner in der Steuererklärung in die Anlage R eintragen. Renten, die mit dem Besteuerungsanteil versteuert werden, müssen in den Zeilen vier bis 13 angegeben werden. Dazu zählen gesetzliche Rente, Rürup-Rente sowie Zahlungen aus landwirtschaftlichen Altersklassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Wie bereits oben erwähnt, hängt die Höhe des zu versteuernden Anteils davon ab, wann der Renteneintritt erfolgte. Da allerdings auch Rentenerhöhungen steuerpflichtig sind, können auch Renten, die zunächst noch steuerfrei waren, später steuerpflichtig werden.

Für lebenslange Rentenzahlungen aus einer privaten Rentenversicherung muss nur der Ertragsanteil versteuert werden (Zeile 14 bis 20 der Anlage R). Zu solchen Renten gehören auch Zahlungen aus betrieblichen Pensionskassen und Direktversicherungen, deren Beiträge nach einem pauschalen Satz versteuert wurden und die noch vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden. Die Höhe des Ertragsanteils ist abhängig vom Alter, in dem der Rentner erstmalig eine Auszahlung aus dem Vertrag erhalten hat. Je älter der Rentner bei der ersten Zahlung war, desto niedriger fällt der Ertragsanteil aus.

Versorgungsbezüge und weitere Einkünfte

Beamtenrechtliche Pensionen sowie Betriebsrenten, die aus einer Unterstützungskasse oder aufgrund einer Pensionszusage gezahlt werden, sind sogenannte Versorgungsbezüge. Diese sind voll steuerpflichtig und müssen in Anlage N angegeben werden. Wer noch weitere Einkünfte wie beispielsweise Arbeitslohn aus einer Nebenbeschäftigung oder Zinserträge bezieht, muss diese normal versteuern und ebenfalls in der Steuererklärung angeben.

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