Steuervereinfachungen in Sicht

Der persönliche Rechnungs-Ordner könnte bald merklich entlastet werden, zumindest wenn es nach den Plänen von Union und FDP geht. Die Koalition will nun endlich Steuervereinfachungen beschließen, die vor allen den Beleg-Sammelzwang einschränken sollen. Durch zusätzlichen Bürokratieabbau sollen Bürger und Unternehmen nach Schätzungen um insgesamt 4,5 Milliarden Euro entlastet werden. Neben der Verringerung der Beleglast soll es vor allem möglich sein, dass mehr berufsbedingte Kosten abgesetzt werden können. Auch Regelungen bezüglich der Pendlerpauschale und der Kinderbetreuung sollen freundlicher gestaltet werden.

Steuererklärung nur noch alle zwei Jahre möglich

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, geht aus dem Beschlussvorschlag der Koalitionsfraktion hervor, dass die Bürger durch die Steuervereinfachungen um 590 Millionen Euro im Jahr entlastet werden sollen. Unter anderem soll der Arbeitnehmerpauschbetrag von zurzeit 920 auf 1 000 Euro angehoben werden. Dieser Beitrag kommt den rund 22 Millionen Steuerzahlern zugute, die keine beruflich bedingten Kosten von der Steuer abzusetzen haben. Mit ihm lässt sich ein Pauschalbetrag absetzen, was bei einer Anhebung um 80 Euro jedem betreffenden Arbeitnehmer ein Plus von zehn bis 35 Euro im Jahr bescheren würde.

Eine Vereinfachung soll es auch bei dem Sammeln von Transportbelegen geben. Menschen, die öfters zwischen dem eigenen Fahrzeug und den öffentlichen Verkehrsmitteln wechseln, soll der Nachweis über diesen Weg leichter gemacht werden. Bei der Kinderbetreuung soll dann nicht mehr explizit geprüft werden, ob die Elternteile jeweils Berufstätig sind oder nicht. Das Kindergeld für Kinder- und Jungendliche die sich in einer (schulischen) Ausbildung befinden, soll künftig einkommensunabhängig gezahlt werden. Auch soll es möglich sein, die Steuererklärung nur alle zwei Jahre abzugeben, statt wie bisher üblich in jedem Jahr.

Elektronische Belegübermittlung

Auf Firmenseite plant man vor allem die Bürokratiekosten der Unternehmen azubauen. Diese sollen – durch einen Verzicht auf Detailregelungen und schriftliche Belege – um knapp vier Milliarden Euro sinken, wie es im Beschlussvorschlag heißt. Positiv dabei ist, dass diese Einsparungen „aufkommensneutral“ sein sollen, das heißt, dass dem Staat keine zusätzlichen Kosten verursacht werden. Die Übermittlung von Nachweisen könnte zum Beispiel nicht mehr schriftlich, sondern elektronisch erfolgen.

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