Widerspruch gegen den Steuerbescheid

Einspruch gegen den Steuerbescheid kann sich lohnenDie ersten Steuerbescheide wurden inzwischen durch die lokalen Finanzämter bearbeitet und nicht immer fällt der Bescheid zur Zufriedenheit der Steuerzahler aus. Wenn der Bescheid anders lautet als erwartet oder sogar eine Rückzahlung verlangt wird, kann sich die Anfechtung lohnen. Zwei Drittel aller Einsprüche sind erfolgreich.

Fehlerquelle Steuerbescheid

Bei dem komplizierten deutschen Steuerrecht haben nicht nur Laien Probleme, den Überblick zu behalten. Auch Finanzbeamte kennen mitunter nicht jede Ausnahmeregel und jeden Paragraphen. So kommt es immer wieder dazu, dass der Einkommensteuerbescheid fehlerhaft ausgestellt wird. Laut Angaben des Bundes der Steuerzahler enthält ein Drittel aller Steuerbescheide Fehler. Viele Steuerzahler – mehr als fünf Millionen – erheben daher Einspruch gegen den Bescheid, zwei Drittel von ihnen haben Erfolg.

Das Magazin Stern erklärte kürzlich, was bei einem falschen Steuerbescheid zu tun ist. Wer den Verdacht hat, dass sein Einkommensteuerbescheid falsch ist, sollte ihn zunächst in aller Ruhe prüfen. Manchmal können beim Ausfüllen des Formulars kleinste Fehler passieren, die jedoch Auswirkungen auf die Nachzahlungssumme haben. Wer sicher ist, dass bei den Einnahmen kein Zahlendreher enthalten ist, sollte sich die Werbungskosten und Sonderausgaben vornehmen. Wenn diese ohne Begründung nicht vom Finanzamt anerkannt wurden, kann ein klärendes Telefonat mit dem zuständigen Finanzbeamten helfen.

Wie Einspruch erheben?

Die Frist für einen offiziellen Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid beträgt vier Wochen. Die Frist gilt ab dem Tag, an dem das Schreiben im Briefkasten des Steuerzahlers lag. Der Widerspruch sollte schriftlich (per Brief oder per Fax) an das zuständige Finanzamt geschickt werden. Alternativ kann man ihn auch mündlich beim Finanzamt vortragen und protokollieren lassen. Die Erklärung des Widerspruchs sollte möglichst deutlich sein, daher sollten Steuerzahler Worte wie „Widerspruch“ oder „Einspruch“ verwenden. Das Einspruchsverfahren ist kostenlos.

Pauschal Widerspruch einzulegen reicht jedoch nicht, eine schlüssige Begründung ist nötig. Es empfiehlt sich, Belege für den eigenen Standpunkt zu nennen oder auf passende Urteile zu verweisen. Wer für die Recherchearbeit innerhalb der Einspruchsfrist keine Zeit hat, kann diese Belege auch nachreichen.

Während des Einspruchsverfahrens ist der Steuerbescheid offen, eventuell gezahlte Steuererstattungen können unter Umständen zurückgefordert werden, wenn das Finanzamt den Bescheid neu berechnet. Hat das Finanzamt mit dem Steuerbescheid eine Nachzahlungsaufforderung verknüpft, muss diese beglichen werden, denn der Einspruch entbindet nicht von der Zahlung. Nur mit einem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung kann ein Zahlungsaufschub erbeten werden.

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