Clever Strom sparen

Es ist kein gutes Jahr für Stromkunden. Neben den drei großen Energieversorgern EnBW, RWE und Vattenfall erhöhen auch rund 400 weitere der knapp 1 000 deutschen Stromanbieter ihre Preise – um durchschnittlich 7,1 Prozent, wie das Branchenportal Verivox mitteilt. Und vermutlich wird es nicht dabei bleiben, denn in Folge der kürzlich verabschiedeten Brennelementesteuer werden wohl noch weitere Strompreiserhöhungen auf uns zukommen. Welche Alternativen bleiben da noch? Zurück zum Kohleofen? Umbau zum Ökohaus? Solche aufwendigen und teuren Schritte sind gar nicht nötig, man muss nur ein paar kleine Tipps beachten um den eigenen Energieverbrauch zu senken – und dabei noch die Umwelt zu schonen. Einige davon gibt zum Beispiel die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Auf das Energielabel achten

Denn wer seine Energiekosten niedrig halten möchte, der sollte beim Stromverbrauch anfangen – schließlich macht dieser Posten etwa ein Drittel der gesamten Energiebilanz aus. Dabei muss das eigene Leben nicht einmal eingeschränkt werden, man sollte nur sorgsamer und bewusster mit der Energienutzung umgehen. Dies fängt schon beim Einkauf von Elektrogeräten an. Hier sollte man auf die sogenannten Energielabel achten, die, auf Grundlage einer EU-Richtlinie, die Höhe des Energieverbrauchs, sowie weitere umweltrelevante Daten angeben. Dieses Etikett findet sich laut Gesetz auf Kühl- und Gefrierschränken, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Geschirrspülern, Lampen und Leuchstoffröhren, Elektrischen Backöfen und Klimaanlagen. Sie geben die Effizienz der Geräte in Klassen wieder: von „A“ (beziehungsweise „A+“ und „A++“), was ein niederiger Verbrauch bedeutet, bis „G“, was für den Stromfresser an sich steht. Weitere Labels sind zum Beispiel der Blaue Engel, das GED Label oder das EU Umweltzeichen Euroblume.

Stromsauger

Als erster Schritt sollten die sogenannten „Stromsauger“ abgeschaltet werden – dieser Begriff bezeichnet Geräte, die trotz ausgeschaltetem Zustand noch mit dem Stromnetz verbunden sind und im Stand-by-Betrieb Strom verbrauchen. Durch solche Geräte gehen in der Regel knapp 500 Kilowattstunden pro Jahr verloren, dies sind bei einem durchschnittlichen Preis von 20 Cent pro Kilowattstunde immerhin 100 Euro im Jahr. Um dies zu unterbinden bietet sich am besten eine abschaltbare Steckerleiste an. Neuartige Fernsehgeräte verfügen auch schon über ein Öko- oder Auto-Off-Schalter, welcher sich nach einer Stunde automatisch abschaltet.

Warmwasser

Ein weiterer großer Posten ist die Warmwasserbereitung – sie nimmt in der Regel den zweitgrößten Posten in der eigenen Energiebilanz ein. Im Allgemeinen gilt, die Temperatur des Warmwasserspeichers nicht höher als 60 Grad zu stellen – somit kann auch einer Verkalkung der Heizstäbe vorgebeugt werden. Weiterhin kann man mit einem elektronischen Durchlauferhitzer knapp zehn Prozent mehr Strom sparen. Die Faustregel ist hier: wer Wasser spart, spart Energie. Also lieber Duschen statt baden, eine Wassersparbrause verwenden und einen Durchflussbegrenzer an die Wasserhähne montieren. Auch Solarenergie und Holzpellets sind eine kostengünstige und vor allem umweltfreundliche Alternative. Jedoch ist eine Umstellung auf diese Energieträger mit einem hohen Aufwand verbunden, dessen Rentabilität erst ermittelt werden sollte.

Licht

Der nächste Punkt ist das Licht. Hier lässt sich mit dem Einsatz von Energiesparlampen der eigene Geldbeutel erheblich entlasten – bis zu 80 Prozent gegenüber herkömmlichen Lampen. Jedoch sollten Sie bei der Entsorgung darauf achten, diese nicht in den gewöhnlichen Hausmüll zu werfen, sondern zu kommunalen Sammelstellen zu bringen. Weiterhin sollten für Außen- und Treppenbereiche Bewegungsmelder angebracht werden. So lässt sich der Energieverbrauch noch um ein weiteres Stück senken.

Kochen

Gerade in der Küche steckt einiges an Stromsparpotential – denn in kaum einem anderen Raum befinden sich mehr elektrische Geräte wie dort. Sollte man auf einen Elektroherd angewiesen sein, ist darauf zu achten ein Glaskeramik-Kochfeld zu verwenden, da bei diesem viel weniger Energie verbraucht wird als bei einem Gussplattenherd. Wenn möglich, und wenn die passenden Töpfe und Pfannen vorhanden sind, sollte man zu einem Induktionsherd greifen. Durch diesen auf Magnetismus basierenden Kochvorgang lassen sich noch einmal gut 20 Prozent der üblichen Heizkosten einsparen. Aber auch auf dem anderen Ende der Temperaturskala kann gespart werden. So sollte man die Temperatur des Kühl- und Gefrierschranks nicht niedriger als nötig stellen: bei Ersterem sind sieben Grad optimal, bei Letzterem minus 18 Grad. Außerdem sollte auf eine freie Luftzirkulation geachtet werden und man sollte seine Kühlgeräte nicht neben die Heizung oder direkt in die Sonne stellen. Bei der Größe des Kühlschranks gilt im Allgemeinen: 60 Liter pro Person. Weiterhin sollte man eher den Geschirrspüler nutzen, anstatt selbst Hand anzulegen.

Wäsche

Eine durchschnittliche, dreiköpfige Familie wäscht im Jahr knapp 550 Kilo Wäsche. Hier liegt ein nicht zu unterschätzendes Sparpotential. So sollte man möglichst auf Waschprogramme über 50°C verzichten – für normale verschmutzte Wäsche reicht meist auch eine Waschtemperatur von 30°C aus. Auch ist die eigene Waschmaschine lieber gut zu befüllen, anstatt zwei Waschgänge durchzuführen. Verzichten sollten Sie – wenn möglich – auf einen Wäschetrockner, denn diese Geräte gehören zu den stromintensivsten überhaupt. Wenn sie jedoch nicht Möglichkeit haben, Ihre Wäsche auf die Leine zu hängen, dann sollten Sie wenigstens zu einer Maschine mit dem Energielabel „A“ greifen.

Heizen

Als letztens kommen wir zu einem Punkt, der bei den derzeitigen Außentemperaturen besonders relevant wird: dem Heizen. Hier sollte darauf geachtet werden, die Temperatur nachts und bei Abwesenheit um fünf bis acht Grad zu senken. Jedoch sollte die Heizung nie ganz ausgeschaltet werden, damit die Räume nicht zu stark auskühlen. Weiterhin sollten die Heizkörper für eine optimale Wärmezirkulation nicht zugestellt werden. Auch Fenster, die versehentlich zu lange angekippt bleiben, führen zu einem hohen Energieverbrauch. Deswegen lieber fünf bis zehn Minuten stoßlüften, was zu einer guten Frischluftzirkulation führt, ohne dass die Wände zu stark auskühlen.

Wer diese kleinen Tipps sorgsam und gewissenhaft beachtet, der muss sich auch vor der nächsten Strom- und Heizrechnung nicht fürchten. Und diese Techniken haben noch etwas Gutes: sie stellen den eigenen kleinen Beitrag zu einer umweltbewussteren Welt dar.

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