Strompreise steigen: Wann wechseln Sie den Anbieter?

Strompreise steigenSeit Jahresbeginn haben mehrere Energieversorger in Deutschland angekündigt, ihre Strompreise anheben zu wollen. Im Schnitt sollen die Preise um knapp 3 Prozent steigen – und das obwohl die Verkaufspreise an der Strombörse so stark gesunken sind wie seit Jahren nicht mehr.

Stromversorger erhöhen Preise

Viele Städte und Gemeinden sind betroffen: In rund 15,1 Millionen Haushalten werden ab April höhere Kosten fällig, so etwa für Kunden des Stromkonzerns Vattenfall in Hamburg und Berlin. Insgesamt wollen 230 Stromversorger in Deutschland die Preise erhöhen, oder haben dies bereits getan. Auch Eon will seinen Kunden ab April tiefer in die Tasche greifen – zumindest in bestimmten Regionen wie Schleswig-Holstein und Brandenburg. RWE will dagegen die Preise vorerst nicht erhöhen, schließt aber nicht aus, dass es nach dem Sommer nicht doch noch teurer für die eigenen Kunden wird.

So teuer wird es für Stromkunden

Für Vattenfall-Kunden in der Hauptstadt mit Grundversorger-Tarif und einem Jahresverbrauch von 2200 Kilowattstunden steigt der Monatspreis um 2,30 Euro (+ 3,96 Prozent). Für einen Hamburger Haushalt mit 2500 Kilowattstunden Jahresverbrauch ergibt sich sogar eine Teuerung von 3,14 Euro pro Monat (+ 4,9 Prozent). Wer sich jetzt denkt, das sei nicht viel, sollte die Erhöhung einfach mal auf ein volles Jahr ausrechnen: 27,60 Euro bzw. 37,70 Euro mehr – und das für einen Single-Haushalt. Für eine Durchschnittsfamilie kann von jährlichen Mehrkosten in Höhe von mindestens 50 Euro ausgegangen werden. Brauchen Sie noch einen Grund mehr, um den Stromanbieter zu wechseln? Es gibt 2016 nicht nur Stromversorger, die ihre Preise anheben. Etwa 70 Anbieter haben ihre Preise bereits gesenkt und warten mit offenen Armen auf neue Kunden.

An der Börse billig, zuhause teuer

Es ist paradox: An der Strombörse war der Strom im Februar so günstig wie seit 2002 nicht mehr, doch für die Verbraucher wird es teurer. Weshalb? Die Versorger begründen ihre Preistaktik wieder einmal mit der der gestiegenen EEG-Umlage für Ökostrom. Zum Jahreswechsel 2016 wurde die Öko-Umlage von 6,17 Cent auf 6,35 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Das entspricht einer Erhöhung von 3 Prozent, die jetzt von den Stromversorgern auf die Kunden umgelegt wird. Noch in 2015 war die EEG-Umlage um 1,1 Prozent gesunken. Für die Kunden wird es immer dann teuer, wenn die Preise an der Strombörse sinken. Die Öko-Umlage kommt den Stromproduzenten zugute, wenn sie ihr Produkt in die Versorgungsnetze einspeisen, statt es über die Strombörse zu verkaufen. Die Umlage fällt deshalb umso höher aus, je niedriger der Strompreis an der Strombörse ist – zum Leid der Verbraucher. Umgekehrt profitieren die Kunden nur selten davon, wenn die Umlage sinkt. Denn die meisten Stromversorger halten die Preise gleich, und erhöhen einfach ihre Gewinnmarge.

Als zweiten Grund für die Preissteigerungen werden die gestiegenen Netzentgelte genannt. Das sind die Gebühren, die der Stromnetzbetreiber vom Anbieter für die Durchleitung des Stroms verlangt. Sie steigen im Zuge der Energiewende deutlich an: In vielen Regionen seien demnach noch Aus- und Umbauten von Verteil- und Übertragungsnetzen notwendig, so eine Sprecherin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Für die nächsten zehn Jahre sind Investitionen in Milliardenhöhe nötig, um erneuerbare Energien verstärkt nutzen zu können.

Wie kommt der Strom günstiger zu mir?

Wenn auch Sie schon die Information Ihres Stromversorgers erhalten haben, dass die Preise steigen werden, ist unter Umständen ein Wechsel die beste Lösung. Und der ist nicht einmal kompliziert: Über einen seriösen Stromanbieter-Vergleich können Sie anhand ihres Verbrauchs die günstigsten Anbieter und Tarife schnell herausfinden und vergleichen. Dabei winkt leicht eine Ersparnis von mehreren hundert Euro pro Jahr.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , ,

Unsere Autoren

Eine Antwort zu “Strompreise steigen: Wann wechseln Sie den Anbieter?”

  1. Ruether Hwnry sagt:

    Und wer übernimmt im Schadensfall oder bei Stromunterbrechunbgen die Lezstungsgarantien?

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0