Anteil an Aufschlägen auf den Strompreis erreicht Rekord – Kommt jetzt die siebte Umlage?

(Bild) Strom und StrompreisDeutsche Verbraucher müssen für Ihren Strom seit langem so tief in die Tasche greifen, wie nie zuvor. Dabei wissen die meisten nicht, dass ihre Strom nur einem Bruchteil der Kosten verursacht. Ein wachsender Anteil sind Gebühren, Abgaben und Umlagen. Rund 52 Prozent misst der staaliche Anteil! Die Mehrbelastung liegt bei Milliarden. Ein siebter Preisaufschlag auf den Strompreis wurde vom Institut für Wirtschaft (IW) vorgeschlagen.

Sechs Abgaben und Umlagen werden auf den Strompreis je Kilowattstunde aufgeschlagen. Der bekannteste, weil viel diskutierte Preistreiber ist darunter noch die EEG-Umlage. Sie öffnet unter dem Siegel der Energiewende auch anderen Umlagen die Tür. So gibt es auch eine Konzessionsabgabe, die KWK-Umlage, die Stromnetzentgeldverordnung oder das Energiewirtschaftsgesetz. Auch diese Mehrkosten verbergen sich hinter jeder privaten Stromrechnung. Seit 1. Januar 2014 schlägt zudem die Umlage für abschaltbare Lasten zu Buche.

Verbraucher tragen 25 Milliarden Euro Mehrkosten

Zuletzt entsprachen alle Umlagen und Abgaben auf den Strompreis abzüglich der Mehrwertsteuer einem Gesamtvolumen von rund 25 Milliarden jährlich, die zum Großteil der private Stromverbraucher neben den eigentlichen Stromkosten trägt, sobald er das Licht einschaltet. Ohne diese Umlagen und Abgaben wäre die Stromrechnung eines jeden Verbrauchers kaum halb so hoch, wie sie es ist. 2014 werden die privaten Stromverbraucher aber sogar 40 statt 35 Milliarden schultern müssen, weil die staatlichen Anteile am Strompreis stetig wachsen.

Verwendungszweck für Umlagen mitunter fragwürdig

Das Geld dient dazu, das Stromnetz zu erhalten und die Energiewende zu finanzieren. Soweit, so gut. Es geht aber auch an Energiekonzerne, die damit Schadensersatzkosten bei Stromausfällen leisten, für die sie somit keine Versicherung brauchen. Ähnlich ist es bei der Haftungsumlage für Offshore-Anlagen. Windparks in der Nordsee, die mit der EEG-Umlage finanziet wurden, aber nicht rechtzeitig in Betrieben oder vielleicht Baupfusch erlitten, werden mit diesen Geldern rechtlich abgesichert. Auch wenn ein im Bau befindlicher Windpark nicht wie geplant in Betrieb geht, zahlt der Verbraucher den resultierenden Schaden anstelle des Investors. Die Umlage für die Netzbetreiber steht der EEG-Umlage ebenfalls gegenüber. Einerseits zahlen Verbraucher für die Subventionen der Industrie, die von der Strombezahlung freigestellt ist; andererseits wird für eine Umlage gezahlt, welche die Energiekonzerne für die so ausfallenden Kunden in der Wirtschaft entschädigt.

Solche Regelungen der weiterhin ungebremsten EEG-Umlage, die kontinuierlich wächst, je mehr Subventionen vergeben werden, verärgern manch einen Verbraucher. Wer sich angesprochen fühlt, sollte nun nicht weiterlesen.

IW spricht vom siebten Aufschlag auf den Strompreis

Von vielen der Umlagen und Abgaben auf den Strompreis ist die deutsche Industrie befreit. Das Thema über die Strombefreiung energieintensiver Unternehmen stand in der breiten Öffentlichkeit. Konzerne wie beispielsweise die Deutsche Bahn oder die Automobilindustrie wettbewerbsfähig zu halten, indem sie von Aufpreisen auf den Strom verschont werden, hat durchaus Sinn. Allerdings kann es deshalb keinen Freifahrtschein geben, stets private Haushalte zu belasten. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht das aber offenbar anders. Laut einem im Vormonat erschienenem Bericht hält das Institut einen weiteren, nunmehr siebten Aufschlag auf den Strompreis für Verbraucher angemessen. Sie sollen demnach für eine 24-Stunden Versorgung zusätzlich zahlen.

Vorschlag des Instituts sorgt für Verärgerung

Dass der Vorschlag, den Strompreis weiter als Weg zur Finanzierung einer gesamten Industrie zu nutzen, die auf eigenen Beinen müsste stehen können; ausgerechnet vom Wirtschaftsinstitut kommt, wirkt ironisch. Immerhin profitiert die deutsche Wirtschaft bereits von extremen Stromrabatten, welche die Verbraucher mit ihrem Privatvermögen tragen. Das weitere Forderungen ausgerechnet vom Institut der deutschen Wirtschaft kommen, führt zu verärgerten Reaktionen, vor allem im Internet. Besonders scharf wird dabei kritisiert, wofür die den Verbrauchern angeblich zumutbare siebte Umlage geleistet werden soll.

Ganztägiger Stromanschluss dürfe extra kosten

Der Vorschlag der Kölner Denkfabrik basiert auf der „Idee“, dass Verbraucher bislang nicht für die Versorgungssicherheit bezahlen müssen. Sie können wann immer sie wollen, Strom aus dem Netz kaufen. Das passiert, sobald sich der Stromzähler dreht. Wer auch zukünftig rund um die Uhr diese Gelegenheit angeboten bekommen mag, der könne laut IW extra dafür bezahlen. Ein Aufpreis für eine Stromversorgungsgarantie, sozusagen, für alle, die zu jeder Zeit die Möglichkeit haben möchten, Strom zu kaufen. So fragwürdig wie es auch klingt: Das Institut meint den Vorschlag ernst und will mit den Erträgen „Reservekapazitäten“ finanzieren. Dahinter verbergen sich Möglichkeiten der Energiegewinnung, für Zeiten in denen es windstill ist und selbst die Sonne nicht genug Energie liefert. Hubterus Bardt vom IW, der für das Kompetenzfeld Umwelt, Energie und Ressourcen zuständig ist, erklärt, es ginge darum genug Angebot bereitzustellen. Dafür sollen im Gegenzug die, die einen Stromausfall nicht ertragen mögen und ständig Energie abrufbar haben wollen, bezahlen. Laut Bardt würde dies bewirken, dass somit die Stromkunden tiefer in die Tasche greifen, die ständig Strom verbrauchen. Dass solche besagten Stromkunden dafür aber auch höhere Stromkosten an die Energiekonzerne zahlen, scheint für das IW dabei keine Rolle zu spielen.

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