Vattenfall zieht nach

Eine große Überraschung ist es nicht: Vattenfall erhöht ebenfalls seine Strompreise. Damit haben nun schon drei der vier größten Energieversorger Deutschlands eine Erhöhung angekündigt. Nachdem Anfang des Monats EnBW eine Preissteigerung von knapp zehn Prozent für Strom ankündigte und wenige Tage später RWE das gleiche tat (+12,7 Prozent), lässt auch Vattenfall die Katze aus dem Sack: 9,9 Prozent teurer wird der Strom in Berlin und Brandenburg werden. Dies teilte die Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Berlin mit.

Durchschnittliche Strompreiserhöhung von 6,9 Prozent

Damit wird auf den Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 2 200 Kilowattstunden pro Jahr eine Mehrbelastung von 4,27 Euro im Monat, beziehungsweise 51 Euro im Jahr zukommen. Gewerbekunden müssen sogar mit noch höheren Kosten rechnen, bei ihnen sollen die Preise um sogar elf Prozent steigen, wie Werner Süss, Vorsitzender der Geschäftsführung von Vattenfall Europe, Ende letzter Woche in Berlin verlauten ließ. Als Grund gab er – wie zu erwarten – die steigende EEG-Umlage für den Ausbau der Ökostromerzeugung an. Anfang nächsten Jahres steigt der Betrag von 2,04 Cent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde.

Da die Kosten für die Erzeugung von Strom aus Solar-, Biomasse-, Wind- und Wasseranlagen über dem Börsenpreis von Strom aus fossilen Rohstoffen läge, würden die erneuerbaren Energien nächstes Jahr mit knapp 13 Milliarden Euro gefördert. Dies entspricht einer Erhöhung von fünf Milliarden Euro im Vergleich zu diesem Jahr. Die Subventionen würden auf alle Stromverbraucher im Land umgelegt, so der viertgrößte Energiekonzern Deutschlands. Jedoch ist Vattenfall bei weitem nicht das einzige Unternehmen, welches die Preise erhöht. Laut dem Verbraucherportal toptarif geschah dies bereits bei 297 weiteren Versorgern – im Durchschnitt wurden die Preise um 6,9 Prozent erhöht. Darunter fallen auch die Branchengrößen RWE, EnBW und Vattenfall. Lediglich E.ON hat noch keine Erhöhung angekündigt.

Bundesnetzagentur: Preissenkungen sind möglich

Im Zuge dieser allgemeinen Welle der Mehrkosten, die nächstes Jahr über uns herein brechen wird, hat sich nun die Bundesnetzagentur zu Wort gemeldet. Ihr Präsident Matthias Kurth sprach sich in der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung vom Mittwoch letzter Woche gegen den derzeitigen Trend aus. Er sähe die Erhöhungen als ungerechtfertigt an, da sich die Vermarktung der größer werdenden Menge erneuerbarer Energien senkend auf die Großhandelspreise auswirken würde. So würden den Unternehmen vom durchschnittlichen Strompreis von 23,42 Cent pro Kilowattstunde abzüglich der Steuern, Abgaben und Netzentgelten 8,11 Cent übrig bleiben, so Kurth. Da die Energiebeschaffungskosten aber nur bei rund fünf Cent pro Kilowattstunde liegen würden, bliebe den Versorgern für Preissenkungen ein Spielraum von 3 Cent.

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