Hundesitter-Versicherung: Wer haftet bei der privaten Tierbetreuung

(Bild) HundeversicherungEtwa 20 Millionen Haustiere dürften Schätzungen zufolge aktuell in Deutschland leben. Damit gibt es der Statistik nach in etwa jedem dritten Haushalt ein Haustier wie Hund, Katze, Wellensittich oder Meerschweinchen. Vor allem während der Urlaubszeit bitten die Tierhalter oft Nachbarn oder Freunde darum, auf die tierischen Freunde aufzupassen, während sie ein paar Tage verreist sind. Wer sich dann vorübergehend als hilfsbereiter Hundesitter erweist, geht mit seinem Freundschaftsdienst auch gewisse Risiken ein.

Verwahrungsvertrag mit dem Halter

„Wer ein Tier für einen bestimmten Zeitraum pflegt, vereinbart stillschweigend einen sogenannten Verwahrungsvertrag mit dem Tierhalter“, erklärt Dieter Sprott vom Direktversicherer Ergo Direkt. „Tiersitter“ haften laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) üblicherweise für alle Schäden, die ein Tier verursacht, während sie es in ihrer Obhut haben. Wer dennoch auf Haustiere aus dem Bekannten- oder Freundeskreis aufpassen möchte, sollte dieses Thema im Vorfeld ausführlich mit dem Halter besprechen. Dringend zu klären ist beispielsweise, ob der Tierhalter eine Tierhalterhaftpflichtversicherung besitzt. In dieser Versicherung ist nämlich die Betreuung eines Tieres durch Fremde eingeschlossen. Dadurch ist der Tiersitter im Prinzip gegen Sach- und Personenschäden abgesichert. „Auf der sicheren Seite ist man, wenn zusätzlich in der eigenen privaten Haftpflichtversicherung das ´Hüten fremder Hunde/Pferde´ mitversichert ist“, erläutert Dieter Sprott.

Versicherung für den Hund vermeidet teure Schäden

Wenn ein Tier einen Passanten beißt oder gar einen Verkehrsunfall auslöst, kann der Schaden im schlimmsten Fall in die Millionen gehen. Denn die Behandlungskosten beim Arzt oder im Krankenhaus, die Pflege von Verletzten, der Verdienstausfall sowie mögliche Forderungen nach Schmerzensgeld oder Rentenzahlungen können sich schnell zu einem stattlichen Betrag summieren. Vor allem Forderungen nach Schadensersatz können Tierbesitzer, die keinen Versicherungsschutz haben, finanziell regelrecht ruinieren. Dabei hilft auch nichts, wenn der Tierhalter nicht einmal direkte Schuld am Unfall hat – laut BGB ist er trotzdem zur Zahlung verpflichtet. Das gilt beispielsweise für den Paradefall, dass sich ein Hund von der Leine losreißt und einen Passanten anspringt oder gar beißt. Bei kleineren Hausgenossen wie etwa Meerschweinchen, Goldhamstern, Vögeln oder Kaninchen ist das Risiko geringer. Deshalb sind sie – ebenso wie Katzen – über die private Familien-Haftpflichtversicherung mitversichert. Pferde und Hunde hingegen müssen mit einer eigenen Tierversicherung gesondert versichert werden. Hier bieten wir einen gesonderten Ratgeber für Hundehalter zur Hundehaftpflicht an.

Versicherung überprüft den Schaden

Sofern es zu einem Schadensfall kommt, klärt die Versicherung zunächst ab, ob der Tierhalter tatsächlich zahlen muss. Sind die Ansprüche unberechtigt, werden diese juristisch abgewehrt. Dafür übernimmt die Versicherung die Kosten. Ist der Tierhalter tatsächlich dazu verpflichtet, Schadensersatz zu leisten, übernimmt die Versicherung üblicherweise alle verursachten Sach- und Personenschäden bis zur Deckungssumme. Dieter Sprott nennt dazu ein Beispiel: „Eine Haftpflichtversicherung zahlt dann die Schäden, wenn sie einem plötzlich und unvermittelten Ereignis zuzuordnen sind. Rennt die Katze beispielsweise bei Fremden eine teure Vase um, ist das so ein Fall.“ Verursachen Haustiere im Vergleich dazu über einen längeren Zeitraum Abnutzungsschäden in den Wohnräumen, werden diese weder von der privaten Haftpflicht noch von der Tierhalterhaftpflicht übernommen.

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