Hilfe nach dem Skiunfall: Welche Versicherung ist sinnvoll?

(BIld) Unfallversicherung im SkiurlaubDieter Althaus, Prinz Friso von Oranien-Nassau, Michael Schumacher und nun auch Angela Merkel haben eine traurige Gemeinsamkeit: Sie alle erlitten einen Skiunfall. Die prominenten Beispiele zeigen, wie hoch das Verletzungsrisiko beim Wintersport ist. Auf Ski und Snowboard verzichten, muss man darum aber nicht. Die richtige Versicherung hilft ebenso, wie angemessenes Verhalten.

Verletzungen beim Skiunfall

Alljährlich häufen sich die Skiunfälle in Österreich, der Schweiz, aber auch in den deutschen Skigebieten. Zumeist handelt es sich um selbstverschuldete Stürze oder Kollisionen. Ursachen sind beinah immer zu hohe Geschwindigkeit und mangelnde Fertigkeiten. Zu Verletzungen kommt es an Händen, Armen, Schultern, dem Hals sowie immer häufiger dem Kopf. Zwar nehmen klassische Verletzungen wie einfache Brüche dank besserer Schutzkleidung weiterhin ab, doch dafür werden die Unfälle tendenziell schwerwiegender, weil die Skifahrer gleichzeitig auch höhere Risiken wagen.

Selbstschutz im Winterurlaub

Eine Studie hat ergeben, dass rund 90 Prozent aller Skifahrer mit falsch eingestellten Skibindungen unterwegs sind – jene Verbindung zwischen Skischuh und Ski. Dabei bringt nur eine optimale Einstellung maximale Sicherheit; ansonsten drohen bei Kurven und anderen Hürden schneller Stürze. 50 Prozent der Skifahrer haben sogar eine Skibindung, die außerhalb der Toleranz liegt. Es ist somit sehr ratsam, die Einstellung der Ski von einem Fachmann an der Piste oder von einer Skischule prüfen zu lassen. Zudem sollten die üblichen Verhaltensregeln trotz allem Spaß am Wintersport nicht außer Acht gelassen werden: Skifahrer müssen ihre Fahrweise ihren Fähigkeiten angemessen gestalten, aufmerksam sowie vorausschauend fahren und andere nicht gefährden. Auch gibt es an jeder Piste Aushänge oder Broschüren über die „zehn Pistengebote“, die 1967 von der Fédération Internationale de Ski formuliert wurden. Verstoßen Skifahrer gegen diese Verhaltensregeln, gefährden sie nicht nur ihren Unfallschutz und die Sicherheit anderer, sondern auch ihr eigenes Leben.

Ein Skiunfall bringt enorme Kosten

Aber nicht nur durch das höhere Verletzungsrisiko ist der Skiunfall ein Sonderfall, sondern auch durch seine Folgen. Dies fängt schon bei der Ersthilfe an. Minusgrade und fast ausschließlich unwegsame Unfallorte erschweren es, Verletzte optimal zu versorgen. Die medizinische Behandlung wird dabei zwar von der gesetzlich vorgeschriebenen Krankenversicherung getragen; jedoch nicht die Bergung selbst. Da selten der Skiliftbetreiber oder Pisten-Chef für die Unfälle haften will, kommen dann zu allem Leid noch enorme Kosten auf Unfallteilnehmer zu. Der Einsatz eines Hubschraubers liegt beispielsweise deutlich im vier- bis fünfstelligen Bereich. Wer diese Kosten nicht riskieren möchte, sollte den Winterurlaub nicht ohne eine zusätzliche Unfallversicherung oder eine entsprechende Reiseversicherung antreten. Da das Risiko jemand anderes zu verletzen ebenso hoch ist, wie die eigene Verletzungsgefahr; sollte auch die Haftpflichtversicherung geprüft werden. Sie übernimmt den Schadensersatz, der anderen nach einer Verwicklung in einen Skiunfall zusteht. Mit diesen Versicherungen, die auch als Paket angeboten werden, ist man dann rechtlich bestens und notwendig geschützt. Ohne die grundlegendsten Versicherungen in den Skiurlaub zu fahren, ist hingegen fahrlässig. Denn nur wenn klare Missachtungen, Alkohol, Medikamente oder Suchtgifte im Spiel sind, kann die Versicherung ihre Leistung vorenthalten. Ansonsten ist mit der Unfallversicherung bzw. Auslandskrankenversicherung sogar für den Fall einer Invalidität vorgesorgt.

Diese Versicherungen lohnen nicht

Statt an der Sicherheit zu sparen, sollten Wintersportler lieber auf andere Versicherungen verzichten. Unnötig ist beispielsweise eine zusätzliche Versicherung gegen Diebstahl der Ski. Dies übernimmt für gewöhnlich die normale Hausratversicherung – selbst im Ausland. Voraussetzung ist, das Wintersportgerät wurde gesichert und nicht frei zugänglich abgestellt. Die Wintersportgeräte-Versicherung lohnt ansonsten wirklich nur bei extrem teurer Ausrüstung. Angeboten wird sie auch oft im Paket einer sogenannten Wintersport-Versicherung. Hier ist oft auch nochmals eine Unfallversicherung und ein vorteilhafter Reiseschutz zum Spartarif enthalten, was jedoch insgesamt oft weniger gut ist, als separat abgeschlossene Policen. Wer jedoch ohne Versicherung vor Ort an der Piste steht, für den ist solch ein Paket besser als gar nichts. Klüger wäre es aber dennoch, von Zuhause aus zu vergleichen, kann man doch durchschnittlich über 350 Euro sparen, indem man die Unfallversicherung online vergleichen möchte.

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