Universelle Unfallversicherung

(Bild) UnfallversicherungDie Unfallversicherung ist so zu verstehen, wie sie benannt ist: Sie greift bei einem Unfall – auch im Urlaub, in der Schule, auf Geschäftsreise, im Krankenhaus oder bei einer Verfolgungsjagd. Stimmt das? Was die Unfallversicherung leistet, welche Versicherungen sie erspart und welche nicht, das verrät Geld.de.

Die gesetzliche Unfallversicherung gehört in Deutschland zur gegliederten, gesetzlichen Sozialversicherung (SGB VII). Sie soll Unfälle, Krankheiten, aber auch gesundheitliche Risiken verhüten; sie beim Falle des Eintritts aber vor allem überwindbar machen. Geregelt wird dies über unterschiedliche Leistungen.

Leistungen der Unfallversicherung

Bei einem Unfall gibt es mitunter nicht immer einen Schuldigen. Daher gibt es selten eine rein finanzielle Vergütung als Wiedergutmachung für die Folgen eines Unfall. Viel eher sind es gesundheitliche oder für den beruf förderliche Maßnahmen, welche zur Rehabilitation beitragen sollen. Die basalste Leistung ist der Anspruch auf eine medizinische Versorgung, die bis hin zur häuslichen Pflege im Falle einer Invalidität reicht. Auch Haushaltshilfen, Hilfsmittel zur Genesung oder zum Ausgleich und Teilhabeleistungen sind inkludiert. Daneben kann aber auch Verletztengeld, Pflegegeld, Übergangsgeld oder Lohnausgleich gezahlt werden und auch die Hinterbliebenenrente und das Sterbegeld kann in die Zuständigkeit der Unfallversicherung fallen. Abhängig ist dies jeweils von den Umständen des Unfalls und der Qualität des Versicherungsvertrags. Ob auch Schmerzensgeld aus der Unfallversicherung gezahlt werden kann, ist hingegen noch umstritten. Nach aktuellem Stand wäre dies nicht verfassungsgemäß (AZ 1 BvR 753/94). Es gibt jedoch Bestrebungen, dies zu reformieren, damit auch in Deutschlands Recht immaterielle Schäden als Unfallfolge verstanden werden.

Wirkungsgrad der Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung kann so je nach Unfall recht umfassend greifen und dabei auch private Versicherungen ersetzen, die oft überflüssig doppelt abgeschlossen werden. So greift die Unfallversicherung beispielsweise auch bei Schulunfällen, die zu attestieren sind. Die meisten passieren im Sport, der Pause, dem Unterricht und eher selten auf dem Schulweg, wo sie dann aber oft umso schwerwiegender sind.

Aber auch auf Geschäftsreise bleibt die Unfallversicherung keinesfalls nur eine Versicherung für Haus und Hof. Selbst private Termine während der Reise, kündigen nicht sofort den Schutz der Unfallversicherung (AZ 1 3 U28/12), sofern sie in Zusammenhang mit der vertraglich geregelten Tätigkeit stehen, während der man versichert ist. Ist dies beispielsweise die Arbeit, ist eine private Unfallversicherung dann redundant.

Anders ist es im Urlaub. Hier verbringt man Freizeit, sodass die gesetzliche Unfallversicherung nicht greift. Eine private Unfallversicherung ist daher sehr sinnvoll, passieren in der Freizeit statistisch doch die meisten Unfälle. Für das Ausland und den Urlaub ist zumeist auch ein kostenloser Krankentransport in die Heimat enthalten.

Ein eher kurioser Fall wurde erst jüngst in Potsdam verhandelt. Hier legte das Gericht einen Spezialfall zur Unfallversicherung fest: Bei Verfolgungsjagden greift die Versicherung nur, wenn man uneigennützig handelt. Im vorliegenden Fall ist ein Herr Opfer von Dieben geworden, er verfolgte sie, stürzte und verletzte sich. Die Unfallkasse verweigerte die Behandlung, da der Mann nur sein eigenes Wohl verfolgte, statt die Diebe generell zu fassen und bekam damit Recht. (AZ L 2 U 63/13).

Die Private Unfallversicherung

Abschließend noch die private Variante der Unfallversicherung: Hier wird eine Grundsumme vereinbart, die im Falle einer Invalidität ausgezahlt wird. Handelt es sich um andere Folgeschäden, wird prozentual ausgezahlt. Als Richtwert für eine sinnvolle Unfallversicherung empfehlen Experten einen Betrag in zwei- bis dreifacher Höhe des brutto Jahresgehalts. Wichtig sind außerdem die Prozentzahlen, ab welchem Grad der Verletzung oder des Alterns Gelder, wie womöglich auch eine Rente ausgezahlt werden. Der Versicherungsbeitrag sollte letztlich nicht über monatlichen 10 bis 15 Euro liegen.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0