Vorsicht Schnee! Wann Haftpflicht- und Unfallversicherung greifen

(Foto) Unfall bei SchneeDer Winter hält Einzug in Deutschland und mit ihm auch die alljährlichen frostbedingten Unfälle und Schäden. Doch welche Versicherung haftet in welchen Fällen und welche Pflichten kommen auf mich zu? Wann haftet die gesetzliche oder private Unfallversicherung, bei welchem Unfall leistet die Haftpflichtversicherung?

Generell gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das empfiehlt sich nicht nur als Verkehrsteilnehmer – auch Mieter und Hausbesitzer müssen im Winter Sorge dafür tragen, dass Schnee und Eis nicht Grundlage für einen Unfall und damit zur Gefahr für andere werden. Zusätzliche Absicherung leistet eine entsprechende Versicherung, etwa eine private Unfallversicherung.

Auch mit Haftpflichtversicherung: Streuen muss sein

Hauseigentümer müssen in der Regel Gehwege und Zufahrten vor der eigenen Haustür räumen und vereiste Flächen streuen, damit niemand bei einem Unfall zu Schaden kommt. Falls im Mietvertrag so vereinbart, kann auch der Mieter in der Pflicht stehen, mögliche Gefahrenquellen zu vermeiden. Der Winterdienst ist nichts für Langschläfer: Schon bei den ersten dicken Flocken muss geräumt, im Urlaub eine Vertretung organisiert werden. Wer seiner Pflicht nicht nachkommt und zudem keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, muss im Schadensfall zahlen. Je nach Unfall-Art und Verletzung des Gestürzten können so erhebliche Ersatzansprüche auf denjenigen zukommen, der zum Streuen und Räumen verpflichtet war und über keine entsprechende Versicherung verfügt.

Ausrutscher: gesetzliche oder private Unfallversicherung

Wer als Passant auf geräumten Wegen ausrutscht, für den springt entweder die gesetzliche Unfallversicherung ein, wenn es sich um einen Wegeunfall, also einen Sturz auf dem direkten Weg von oder zur Arbeitsstelle handelt. Andernfalls kann eine private Unfallversicherung greifen, die insbesondere auch Radfahrern zu empfehlen ist, die bei Eis und Schnee noch unterwegs sind. Die private Unfallversicherung leistet auch dann, wenn der Weg von der Arbeit nicht direkt nach Hause führt, oder der Unfall auf einer anderen Strecke passiert. In diesen Fällen greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht und Geschädigte stehen bei einem Unfall schnell ohne Entschädigung da. Nur wenn Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegen – wenn Sie etwa freihändig auf eisglatter Straße fahren, haftet die Versicherung nicht. Bei der Wahl der passenden privaten Unfallversicherung ist der Geld.de Unfallversicherungsvergleich zu empfehlen. Zusätzlich zur privaten Unfallversicherung kann auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Diese springt ein, wenn die eigene Arbeitskraft durch den Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist, etwa durch Invalidität.

Schnee und Eis am Haus

Fällt außergewöhnlich viel Schnee, kann dieser zur echten Belastungsprobe für Haus- und Garagendächer sowie Wintergärten werden. Kommt es hier zu Schäden, greift nicht automatisch die Gebäudeversicherung. Hausbesitzer müssen hier, wie auch bei Hochwasser, eine zusätzliche private Versicherung für Elementarschäden abschließen. Entsteht die Gefahr von Dachlawinen oder Eiszapfen, die auf Passanten fallen könnten, müssen Eigentümer entsprechende Warnhinweise anbringen. Ereignen sich Unfälle, haftet dennoch nicht etwa die Unfallversicherung, sondern entweder die private Haftpflichtversicherung oder die Grundbesitzerhaftpflicht.

Nicht ohne Risiko spielt auch, wer für zwei Wochen in den Winterurlaub fährt, ohne den Wohnraum ausreichend zu beheizen. Platzen in dieser Zeit Rohre durch gefrierendes Wasser, kann der Versicherer die Übernahme der Kosten auch verweigern. Ansonsten haftet in Schadensfällen durch aufgetautes Wasser, das aus geplatzten Rohren fließt, die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung.

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