Gesetzliche Krankenversicherung: Ist die Zahnzusatzversicherung steuerlich absetzbar?

(foto) Zahnzusatzversicherung von der Steuer absetzenDie Steuererklärung für das Jahr 2014 wird bald wieder fällig und Steuerzahler versuchen berechtigterweise alle möglichen Ausgaben bei der Steuer zu berücksichtigen. Dabei stellt sich vielleicht einigen die Frage, ob auch die Beiträge zur Zahnzusatzversicherung steuerlich geltend gemacht werden können.

Die Zahnzusatzversicherung wird nicht nur für gesetzlich Versicherte sondern auch für Privatversicherte immer unvermeidlicher, denn die Krankenkassen nehmen sich in puncto zahnmedizinische Versorgung vermehrt aus der Verantwortung. Dabei kommt jedoch durch die Beiträge zur Zahnzusatzversicherung eine höhere finanzielle Belastung auf den Verbraucher zu, welche er unter gewissen Umständen bei der Steuer berücksichtigen kann.

Zahnzusatzversicherung gilt als Vorsorgeaufwand

Vorsorgeleistungen, zu denen auch die Zahnzusatzversicherung gehört, können als Sonderausgaben bei der Steuererklärung angegeben werden. Verbraucher, die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, müssen dazu in Zeile 30 der Anlage „Vorsorgeaufwand“ die entsprechende Angabe zur Zahnzusatzversicherung machen. Diejenigen allerdings, die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung aufwenden, müssen dies in die Zeile 35 eintragen. Wer die Zahnzusatzversicherung dort entsprechend vermerkt, der kann auf eine höhere Rückzahlung bei der Steuer hoffen.

Steuer: Vorsorgeaufwendungen begrenzt

Hierbei ist tatsächlich das Wort „hoffen“ am treffendsten, denn die Zahnzusatzversicherung kann nicht jeder von der Steuer absetzen. Für die Vorsorgeaufwendungen werden nämlich nur 1.900 Euro pro Jahr angerechnet, in welchen aber vornehmlich schon die Ausgaben zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung einkalkuliert werden. Folglich kann die Zahnzusatzversicherung bei der Steuer nur dann Berücksichtigung finden, wenn die Beiträge für die Krankenversicherung diese Summe jährlich nicht überschreiten. Doch natürlich sieht es in der Praxis zumeist so aus, dass die Versicherten die Kosten zur Zahnzusatzversicherung selber tragen müssen und auf eine Rückerstattung kaum zu hoffen brauchen. Nichtsdestotrotz sollte auf die Angabe nicht verzichtet werden, denn eventuell werden die Beiträge ja doch entsprechend bedacht.

Zahnzusatzversicherung für Selbstständige

Bei Selbstständigen sowie Freiberuflern zeichnet sich das Bild etwas anders. Denn diese müssen die Beiträge sowohl zur Krankenversicherung als auch zur Zahnzusatzversicherung in vollem Umfang selbst finanzieren. Aus diesem Grund liegt bei ihnen die Anrechnungsgrenze für Sonderausgaben bei 2.800 Euro. Wer folglich eine recht preiswerte Krankenversicherung in Kombination mit einer günstigen Zahnzusatzversicherung hat, für den könnte sich die vorteilhafte Situation ergeben, dass der Jahresbeitrag der Vorsorgeaufwendungen nicht überschritten wird und somit eine Erstattung in voller Höhe möglich ist.
Ob überhaupt und in welchem Umfang die Angabe zur Zahnzusatzversicherung bei der Steuererklärung lohnenswert ist, kann natürlich auch im Vorfeld vom Steuerberater ermittelt werden.

Das GELD.de-Team gibt zudem noch weitere Tipps und Tricks zur Steuererklärung.

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